Mitsuru Wakabayashi blickt auf eine achtjährige Karriere in der Modebranche zurück, wo er als Store Manager und Visual Merchandiser für eine Denim-Marke tätig war. Mit dem Eintritt in seine Dreißiger entschied er sich jedoch, in die Welt der Fotografie einzutauchen. Heute ist er als Fotograf bekannt, der von Kyoto aus weltweit agiert – ein Weg, der von zahlreichen Herausforderungen und einer tiefen Hingabe an die Fotografie geprägt war.
Der Drang, die Welt außerhalb kennenzulernen
„Mit 30 habe ich die Modebranche verlassen, in der ich lange gearbeitet hatte, einfach weil ich die Welt außerhalb nicht kannte“, erzählt Mitsuru. Als Mittel, um neue Erfahrungen zu sammeln, entschied er sich damals für ein Working Holiday.
© Mitsuru Wakabayashi
Mit dem Ziel, die Deadline von 30 Jahren nicht zu überschreiten, wollte Mitsuru keine Ausreden mehr zulassen und handelte sofort: Zum 30. Geburtstag kündigte er seinen Job und kehrte in seine Heimatstadt Kyoto zurück. Ein Jahr lang sparte er für das Working Holiday und reiste kurz vor seinem 31. Geburtstag nach Kanada. Dass die Kamera, die er in dieser Zeit als Hobby nutzte, zum Ausgangspunkt seiner Laufbahn als Fotograf werden würde, hätte er damals nicht geahnt.
Ein Wendepunkt: Die täglichen Fotos auf Instagram
Das Leben, das sich nur ums Geldsparen drehte, empfand er als beengend. Auf der Suche nach einem Hobby empfahl ihm der Manager seines Stammcafés die . Er kaufte die Kamera, in der Annahme, sie auch während des Working Holidays zu nutzen.
Anfangs postete er als Hobby täglich Schnappschüsse auf Instagram. Unerwartet wurde er als „Empfohlener Nutzer“ auf Instagram gelistet, und die Follower-Zahl stieg auf über 10.000. Das lockere Posten wurde dadurch schwieriger, aber gerade deshalb sah er Instagram als Ziel für seine täglichen fotografischen Arbeiten und blieb konsequent am Ball.
© Mitsuru Wakabayashi
Für das Working Holiday entschied er sich für Toronto, Kanada – eine ideale Wahl, da New York in der Nähe liegt und er sowohl die modische Kultur als auch Kanadas Natur erleben konnte. Die Gewohnheit, täglich zu fotografieren und zu posten, setzte er auch dort fort und erlebte inspirierende Tage. Nach der Rückkehr nach Japan verspürte Mitsuru jedoch kein Verlangen, in die Modebranche zurückzukehren. „Ich habe mich gefragt, was ich wirklich tun möchte, und bin zu meinem Ursprung zurückgekehrt“, erinnert er sich.
© Mitsuru Wakabayashi
In dieser Zeit erhielt er von einem langjährigen Mentor einen Auftrag für ein Fotoshooting. Es war das erste Mal, dass er für seine Fotografie bezahlt wurde – ein Erlebnis, das ihm die Möglichkeit eröffnete, als Fotograf zu leben. Natürlich verlief nicht alles reibungslos, und es gab auch Phasen, in denen er am Existenzminimum lebte. Doch mit der Zeit mehrten sich die Aufträge, und der Weg zum Erfolg als Fotograf wurde sichtbar.
Ein weiterer Wendepunkt als Fotograf
Ein Auftrag zur fotografischen Dokumentation des Kifune-Schreins in Kyoto wurde zu einem entscheidenden Moment in seiner Laufbahn. Der Kifune-Schrein ist ein historischer Ort, der bis in die Heian-Zeit zurückreicht, und die fotografische Archivierung besitzt große Bedeutung.
© Mitsuru Wakabayashi
„Wenn ich darüber nachdenke, warum ich Fotograf geworden bin, dann weil ich von der Fotografie fasziniert war und einfach immer weiter fotografiert habe. In einer Zeit, in der digitale Archive bestehen bleiben, möchte ich ohne Übertreibung einfach weiter fotografieren und meine Arbeiten bewahren“, blickt Mitsuru zurück.
– Kürzlich veranstaltete Mitsuru seine erste Einzelausstellung, die 'Mitsuru Wakabayashi Photo Exhibition #01'. Die Ausstellung, bei der Filme auf Leuchttischen präsentiert wurden, vermittelte das Gefühl, durch einen Sucher zu blicken. Die Freude am Fotografieren wurde in einer sehr räumlichen Inszenierung spürbar und die Ausstellung war ein großer Erfolg. Mit '#01' wurde ein neuer Abschnitt seiner künstlerischen Praxis eingeläutet, und man darf gespannt sein, wohin sein Weg führen wird.
Fotografien, die Glück vermitteln
Nach seiner ersten Einzelausstellung 'Mitsuru Wakabayashi Photo Exhibition #01' – welche Gedanken beschäftigen Mitsuru heute?
„Durch diese Ausstellung habe ich die Bedeutung von gedruckten Fotografien und deren Präsentation erneut erkannt. Ich habe das Ziel, auch eine '#02' zu realisieren, aber im Kern bleibt mein Ansatz unverändert: Wenn ich Zeit habe, fotografiere ich, und wenn ich frei habe, reise ich mit einer Festbrennweite ins Ausland. Das kontinuierliche Fotografieren und das ständige Mitführen der Kamera bleiben meine Konstante“, so Mitsuru über seine Zukunftspläne.
Wenn es ins Ausland geht, interessieren ihn aktuell Südfrankreich, Portugal und Indien. „Ich möchte keine Motive fotografieren, die traurig stimmen“, sagt er und lächelt, während er erklärt, dass er weiterhin glückliche, sanfte Szenerien festhalten möchte. Wir dürfen gespannt sein auf die Werke, die Mitsuru weiterhin schaffen wird.
Mitsuru Wakabayashi
Geboren in Kyoto, verließ Mitsuru die Modebranche, erwarb während der Vorbereitung auf ein Working Holiday in Toronto seine erste Kamera und wurde Fotograf. Er veröffentlicht regelmäßig Arbeiten auf Instagram und arbeitet heute für zahlreiche Auftraggeber im In- und Ausland, darunter Werbekampagnen, Magazine, soziale Medien und die fotografische Dokumentation des Kifune-Schreins. Sein unverwechselbarer Stil besteht darin, alltägliche Szenen einzufangen, oft mit Menschen im Bild, und dabei die landschaftliche Schönheit hervorzuheben. Mit dem Bewusstsein, seine Arbeiten für kommende Generationen zu bewahren, widmet er sich seiner fotografischen Praxis.
Instagram: @mitsuru_wakabayashi
HP: https://mitsuruwakabayashi.com/










