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Cover photo by HANA-STUDIO
Kennen Sie diese unverhofften Momente, in denen ein „ganz gewöhnliches Foto“ plötzlich besonders gelungen wirkt?
Eine beiläufige Alltagsszene erscheint aus unerklärlichen Gründen wunderschön.
Der Grund dafür liegt, so glaube ich, häufig im Licht.
Doch warum lässt uns allein ein „stimmiger“ Lichteinfall oder die richtige Lichtmenge das gesamte Bild als gelungen empfinden?
Dabei scheinen körperliches Wohlbefinden, psychologische Geborgenheit und ein unbewusst entwickeltes ästhetisches Empfinden zusammenzuwirken.
Diesmal habe ich darüber nachgedacht, warum sich Menschen vom Licht angezogen fühlen.
Unsere Augen haben sich über einen langen Zeitraum an natürliches Licht angepasst – insbesondere an das Sonnenlicht.
Das sanfte Licht am Morgen, die Wärme der Abenddämmerung und die milde Helligkeit eines bewölkten Tages empfinden wir allesamt als angenehm.

Foto von HANA-STUDIO
Direktes Sonnenlicht von oben oder das bläulich-weiße Licht von Leuchtstofflampen kann dagegen Unruhe und Anspannung auslösen. Manche Menschen empfinden es sogar als unheimlich. Die Beleuchtung in einem Krankenhaus oder einer Fabrik bei Nacht wirkt mitunter ein wenig beängstigend, nicht wahr?
Gerade deshalb fühlen wir uns unbewusst geborgen und nehmen Schönheit wahr, wenn wir von naturnahem Licht umgeben sind.
An einem hellen Ort hebt sich die Stimmung manchmal wie von selbst.
Kennen Sie dieses Gefühl?

Foto von HANA-STUDIO
Es gilt als erwiesen, dass Quantität und Qualität des Lichts unsere Emotionen maßgeblich beeinflussen.
Positive Eindrücke wie Weite, Klarheit und Sicherheit entstehen nicht zuletzt durch eine ausgewogene Lichtführung.
In sozialen Medien, Filmen und Werbung begegnen uns im Alltag unzählige ästhetische Inszenierungen von Licht.
Sanftes, seitlich einfallendes Licht oder Gegenlicht, das Silhouetten prägnant hervortreten lässt.
Auch nächtliches Neonlicht und starke Hell-Dunkel-Kontraste besitzen eine einprägsame Faszination.

Foto von HANA-STUDIO
Solchen Formen der Lichtgestaltung begegnen wir seit Langem, ohne sie bewusst wahrzunehmen.
Durch diese visuellen Erfahrungen hat sich vermutlich ganz selbstverständlich unser Empfinden dafür entwickelt, welches Licht wir als schön wahrnehmen.
Ob beim Fotografieren, bei der Gestaltung eines Raumes oder beim aufmerksamen Betrachten einer alltäglichen Szene:
Schon ein wenig Aufmerksamkeit für den Lichteinfall kann verändern, wie wir die Welt wahrnehmen.

Foto von HANA-STUDIO
Manchmal genügt es schon, ein besonders schönes Licht- und Schattenspiel zu entdecken, um den ganzen Tag über gute Laune zu haben.
Wenn uns etwas auf unerklärliche Weise stimmig erscheint, lohnt es sich, nach dem Grund dafür zu suchen.
Vielleicht verbirgt sich darin eine stille Schönheit, die sich nicht in Worte fassen lässt.

53 Magazine
Eine besondere Beitragsserie mit Kreativen aus aller Welt, die unterschiedlichste Perspektiven einbringen. In ihren eigenen Worten erzählen sie von ihrer Beziehung zu Kameras und Fotografie sowie von den Geschichten hinter ihrem kreativen Schaffen – aus Blickwinkeln, die die cizucu-Redaktion allein nicht abbilden könnte.