KI-generiertes Bild gewinnt internationalen Fotowettbewerb, Urheber lehnt Auszeichnung ab
In einer Zeit, in der technologische Entwicklungen das Feld der Fotografie rasant verändern, ereignete sich ein weiterer Meilenstein der Fotografiegeschichte.
Der deutsche Fotograf Boris Eldagsen gewann in der renommierten Creative-Kategorie der Sony World Photography Awards, lehnte jedoch die Auszeichnung ab, da sein Werk mithilfe eines KI-Bildgenerierungsmodells entstanden war.
Das prämierte Werk mit dem Titel „Pseudomnesia: The Electrician“ wurde mit dem KI-Bildgenerator geschaffen. Dieses Modell wurde von OpenAI, dem Unternehmen aus dem Bay Area, das auch ChatGPT entwickelt hat, konzipiert.
© Boris Eldagsen „Pseudomnesia: The Electrician“
Die Creative-Kategorie von Sony lobte den experimentellen Ansatz, KI-basierte Bildgenerierung in der künstlerischen Praxis einzusetzen, und begrüßte diese Entwicklung ausdrücklich. Laut offizieller Stellungnahme war man sich darüber im Klaren, dass das Werk mithilfe künstlicher Intelligenz generiert wurde.
Eldagsen hingegen widersprach dieser Darstellung und äußerte sich wie folgt (Original auf Englisch):
Wie viele wussten oder ahnten, dass es sich um ein KI-generiertes Bild handelt? Irgendetwas daran fühlt sich nicht richtig an, oder? KI-Bilder und Fotografien sollten nicht in solchen Wettbewerben gegeneinander antreten. Es sind unterschiedliche Kategorien. KI ist keine Fotografie. Deshalb nehme ich die Auszeichnung nicht an.
...
Die Fotografieszene braucht eine offene Debatte darüber, was wir als Fotografie definieren und was nicht.
...
Mit der Ablehnung des Preises möchte ich diese Diskussion beschleunigen.
©︎ Boris Eldagsen
Dieses Ereignis besitzt – ganz im Sinne Eldagsens – große historische Bedeutung, da es die Debatte über die Rolle von KI-generierten Bildern in der Fotografie maßgeblich beschleunigt hat.






