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Digitalfotografie mit dem Geist des Handwerks | Knowledge #514

By cizucu ·

Digitalfotografie mit dem Geist des Handwerks | Knowledge #514

Cover photo by Yishih

Manche Fotografien bewahren eine spürbare Anmutung von Papier, obwohl wir sie auf dem Display eines Tablets oder Smartphones betrachten.
Digitale Fotografien lassen sich präzise aufnehmen und unmittelbar teilen – das ist zweifellos praktisch. Zugleich kann jedoch der Eindruck entstehen, dass etwas fehlt, wenn alles ausschließlich innerhalb des Bildschirms verbleibt.

Warum also der Fotografie nicht einen kleinen Umweg zumuten?

Sie ausdrucken. Die Prints arrangieren und scannen. Das auf Papier ausgegebene Bild erneut mit der Kamera aufnehmen. Durch diese manuellen Arbeitsschritte gewinnt die Fotografie eine Materialität, die aus reinen Daten nur schwer hervorgeht.

Dem Digitalen einen Weg durch die Handarbeit eröffnen

Diese Haltung knüpft an die Ideen der Arts-and-Crafts-Bewegung an, die William Morris und andere im Großbritannien des 19. Jahrhunderts vertraten.
Sie bedeutet, sich ein Stück weit von der Makellosigkeit industrieller Massenproduktion zu lösen, Materialien unmittelbar zu erfahren, Zeit zu investieren und den Reichtum des individuellen Herstellens neu zu entdecken.

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Foto von Yishin

Es geht keineswegs darum, die Digitalfotografie abzulehnen.
Vielmehr lassen sich ihre Vorteile – das einfache Teilen und Reproduzieren – nutzen und zugleich Spuren bewahren, die erkennen lassen: Dieses Werk ist einmal durch Hände gegangen. In diesem offenen Zwischenraum liegt der Ausgangspunkt für neue fotografische Ausdrucksformen.

Das einzigartige Original in eine teilbare Form überführen

Eine aufgenommene Fotografie wird zunächst ausgedruckt.
Darauf lässt sich eine weitere Fotografie legen, eine Linie ziehen oder Text hinzufügen.
Anschließend wird dieses Original gescannt oder erneut mit der Kamera aufgenommen.

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Foto von filmnosuke

Der auf Papier ausgegebene Print wird zu einem weltweit einzigartigen Original.
Wird er ins Digitale zurückgeführt, lässt er sich teilen und reproduzieren. Am Anfang dieses Prozesses stand jedoch ein singuläres, materielles Objekt.

Dieses Hin und Her verleiht der Fotografie eine neue Tiefe.

Collagen und Found Photography neu im Digitalen zusammenführen

Entscheidend ist nicht, sich zwischen digital und analog zu entscheiden.
Vielmehr geht es darum, zwischen den jeweiligen Stärken beider Medien zu wechseln und so die Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks zu erweitern.

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Foto von JuskoLiy

Die Rückkehr zum Papier ist kein Rückschritt.
Collagen, für die Bilder aus Büchern und Zeitschriften ausgeschnitten werden. Found Photography, bei der nicht das Fotografieren, sondern das Suchen, Auswählen und Editieren im Mittelpunkt steht. Linien, die auf einen fotografischen Print gezeichnet werden, und weitere Bilder, die darübergelegt werden.

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Foto von ノスタルジックパトロール

Durch Scannen oder erneutes Fotografieren werden diese handwerklichen Prozesse wieder in eine digital teilbare Form überführt.
Die Einzigartigkeit des analogen Unikats und die Teilbarkeit des Digitalen: Im Wechselspiel zwischen beiden schreibt sich selbst die Zeit der manuellen Arbeit in die Fotografie ein.

Aktuell veranstalten wir außerdem einen Wettbewerb, der in engem thematischem Bezug zu den hier vorgestellten Ansätzen steht. Nutzen Sie die Gelegenheit und reichen Sie Ihre Arbeit ein.

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