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2025.08.30

Ähnlichkeiten zwischen „Fotografieren“ und „Leben“? | Knowledge #332

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Cover photo by pon

Wenn wir die Kamera anlegen und den Auslöser drücken, steckt darin vielleicht mehr als nur das Festhalten eines Moments.

Fotografieren bedeutet, sich zu fragen: „Wie sehe ich diesen Moment jetzt?“ Das ist eng verbunden mit der Haltung, sich dem Leben zu stellen. Der Prozess, einen Bildausschnitt zu wählen, das Licht einzufangen und zu entscheiden, was festgehalten werden soll, zeigt die Beziehung zwischen unseren Sinnen und der Welt – ohne Worte.

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Photo by kuu2028

Perspektiven: Wählen und Akzeptieren

Wie im Leben hängt auch in der Fotografie vieles davon ab, welche Perspektive wir wählen. Obwohl das Motiv gleich bleibt, verändern Winkel, Abstand und Lichteinfall den Eindruck. Das ähnelt der Art und Weise, wie wir Beziehungen oder Emotionen wahrnehmen.

Und die Fähigkeit, diese Veränderungen „so zu akzeptieren, wie sie sind“, wird durch das Fotografieren gefördert. Nicht nur das Schöne festzuhalten, sondern auch das Unklare und Schwankende zu schätzen, bereichert sowohl die Fotografie als auch das Leben.

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Photo by sena0619

Festhalten und Loslassen: Die Philosophie des Auslösers

Das Fotografieren ist nicht nur das Festhalten eines Moments, sondern auch das Loslassen, indem dieser Moment zur Vergangenheit wird. Die Emotionen, die uns vor einer Szene bewegen, halten wir durch den Sucher fest und lassen sie gleichzeitig still los. Das ähnelt dem Umgang mit Gefühlen und Erinnerungen.

Fotos dienen dazu, etwas zu bewahren, aber vielleicht sind sie auch ein „Ritual des Vergessens“. Deshalb verspüren wir oft den Drang, gerade das festzuhalten, was wir nicht verlieren möchten.

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Photo by Partofmyworld

Fotografieren ist Loslassen

Der Akt des Fotografierens hält nicht nur fest, sondern beinhaltet auch die Sanftheit, etwas in die Vergangenheit zu entlassen. Wenn wir Emotionen oder Schmerz in eine Aufnahme verwandeln, wird es „außerhalb von uns“ platziert, wodurch wir ein wenig Freiheit gewinnen. Fotos sind keine Gefängnisse für unsere Gedanken, sondern Geräte, die sie sanft umhüllen und freigeben.

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Photo by Kimura Hinami

Und jedes Mal, wenn wir das tun, können wir ein kleines Stück vorwärtsgehen. Deshalb drücken wir auch heute wieder den Auslöser.

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