„Focus“ richtet den Blick auf Kreative, Werke und aktuelle Strömungen. Wir präsentieren ausgewählte Kreative, die ihre eindrucksvollen Fotografien mit uns teilen. Gemeinsamkeiten werden sichtbar und bieten neue Inspiration für die eigene künstlerische Praxis. Das Thema dieser Ausgabe: „Gesetzmäßigkeiten im Alltag“.
Verborgene Gesetzmäßigkeiten im Alltäglichen
Ein wenig wie im naturwissenschaftlichen Unterricht.
Isaac Newton entdeckte das Gesetz der universellen Gravitation, als er im heimischen Garten einen Apfel fallen sah. Er erkannte die Existenz der Schwerkraft und dass auf alle Objekte mit Masse eine Anziehungskraft wirkt.
Warum fallen Blätter von oben nach unten?
Warum bleiben Menschen bei Rot an der Ampel stehen?
Die Szenen, die wir täglich beobachten, sind nicht bloß zufällige Ansammlungen, sondern vielmehr Ausdruck einer zugrundeliegenden Ordnung und Gesetzmäßigkeit. Auch in den unscheinbaren Momenten des Alltags lebt diese Ordnung still mit.
Wir stellen diesmal Kreative vor, die solche scheinbaren Gesetzmäßigkeiten im Alltag fotografisch eingefangen haben.
Das Gesetz des dreitägigen Trocknens von Umeboshi
Image by sora.KagiAke
Q. Worauf achtest du bei deiner künstlerischen Arbeit und beim Fotografieren?
Nicht zu viel nachdenken, sondern den Moment wertschätzen. Möglichst natürlich festhalten.
sora.KagiAke
Aktuell fotografiere ich ausschließlich mit dem Smartphone und habe bislang keine Auszeichnungen erhalten. (Der letzte Wettbewerb bei cizucu war mein erster!) Schon seit meiner Kindheit liebe ich die Fotografie und habe mit Film- und Digitalkameras gearbeitet. Seit 12 Jahren fotografiere ich den Alltag meiner Kinder und den Himmel. In den letzten Jahren teile ich meine Bilder regelmäßig in den Instagram-Stories.
cizucu: sora.KagiAke
Instagram: @atelier_sora_ya
Fasziniert von der natürlichen Formensprache der durchscheinenden Lampionblume
Image by カラーリーフクラフト
Q. Worauf achtest du bei deiner künstlerischen Arbeit und beim Fotografieren?
Wenn ich im Alltag Schönheit oder etwas Interessantes entdecke – sei es am Himmel, bei meinen Katzen oder Pflanzen – drücke ich spontan auf den Auslöser. Auch Formen faszinieren mich und inspirieren mich zum Fotografieren. Besonders liebe ich Licht und Schatten; es freut mich, wenn ich deren flüchtige Veränderungen einfangen kann. Makroaufnahmen, die neue Perspektiven eröffnen, begeistern mich ebenfalls. Ich fotografiere vor allem aus Freude am Prozess, möchte aber auch zeigen, wie spannend und schön ich die Welt im Alltag sehe – jeder nimmt sie anders wahr. Meine Ausrüstung: hauptsächlich iPhone 12mini und Canon EOS M6, für den Mond nutze ich die optische Zoomfunktion der Canon PowerShot SX720, für Makro den Mikroskop-Modus der OLYMPUS tough TG-6.
カラーリーフクラフト
Schon als Kind war ich an Fotografie interessiert und habe mit Kompaktkameras mein Umfeld festgehalten. Mit Handy und Digitalkamera wurde das Fotografieren noch unkomplizierter, sodass ich heute alltägliche Momente mit Freude dokumentiere. Als freiberufliche Designerin verwende ich meine Fotos als Material für eigene Projekte oder stelle sie als Bildmaterial zur Verfügung.
cizucu: @colorleaf_craft
Instagram: @colorleaf_craft
Gesetzmäßigkeiten in der Beziehung zweier Bilder – erzählte Geschichten
Image by miho
Q. Worauf achtest du bei deiner künstlerischen Arbeit und beim Fotografieren?
Ich fotografiere oft Menschen in meinem Umfeld oder Dinge, die mir auffallen. Wenn ich zu viel über Theorie nachdenke, verliere ich die Freude am Fotografieren – deshalb mache ich viele Aufnahmen, aber veröffentliche vielleicht weniger als zehn Prozent davon. Ich mag Insekten, den Himmel und Aquarien. Mein Favorit ist die OLYMPUS PEN EE.
miho
Mein Vater besaß eine Filmkamera, die bei uns zu Hause immer herumlag. Schon als Kind habe ich sie spielerisch benutzt. Mit dem ersten eigenen Job habe ich mir dann eine eigene Kamera gekauft und fotografiere seitdem gelegentlich.
cizucu: miho
Wie hat Ihnen diese Ausgabe gefallen? Freiheit und Gesetzmäßigkeit in der künstlerischen Praxis sind keine Gegensätze, sondern verwandte Konzepte, deren Bedeutung sich je nach Kontext wandelt. Erst wenn wir uns der Naturgesetze oder gesellschaftlichen Regeln bewusst werden, können wir Inspiration für neue, freie Welten schöpfen. In der Ordnung liegt Freiheit, und in der Freiheit eine eigene Ordnung.










