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By cizucu ·

Cover photo by tk
Fußspuren, die jemand hinterlassen hat, die Sitzmulde eines lange benutzten Stuhls oder eine Schrift, die nur noch schwach an einer Wand zu erkennen ist: Selbst wenn weder Menschen noch Tiere im Bild zu sehen sind, lassen der Zustand der Dinge und das Licht erahnen, wie viel Zeit vergangen ist und wer einmal dort war.
Wenn wir auf kleine Veränderungen in alltäglichen Szenen achten, können Fotos auch Geschichten berühren, die nicht direkt vor der Kamera liegen.
Deshalb starten wir diesmal eine Hashtag-Challenge unter 〈#trace〉!
Bei 〈#trace〉 geht es nicht um das Motiv an sich, sondern um Spuren, die uns die Anwesenheit von jemandem erahnen lassen.
Das können Fußabdrücke im Sand oder Schnee sein, ein Stuhl, dem man das Gewicht der Menschen ansieht, die darauf gesessen haben, der Griff einer Tür, die unzählige Male geöffnet und geschlossen wurde, eine halbfertige Notiz oder ein verblasstes Schild. Auch Kratzer an einem oft benutzten Werkzeug oder eine kleine freie Stelle rund um einen verschobenen Gegenstand können Hinweise auf vergangene Zeit sein.

Foto von 穂(スイ)
Seitlich einfallendes Licht lässt flache Vertiefungen, Kratzer und verblasste Schrift hervortreten. Geht ihr nah heran und konzentriert euch auf ein Detail, oder zeigt ihr mit etwas Abstand auch die Umgebung? Je nachdem, welchen Abstand und welches Licht ihr wählt, wird die Geschichte hinter einer Spur sichtbar.
Ob Schnappschuss, Stillleben, Architektur, Landschaft oder Reisefoto – das Genre spielt keine Rolle. Teilt unter 〈#trace〉 ein Bild, das an jemanden denken lässt, der gerade nicht zu sehen ist.
Für 〈#trace〉 müsst ihr nicht nur nach alten Dingen oder einsamen Orten suchen.
Spuren vom Spielen im morgendlichen Park, feine Reifenlinien auf einer Straße nach dem Regen oder der Rand eines Glases auf der Fensterbank: Eine frische Spur, die jemand gerade erst hinterlassen hat, erzählt von einer anderen Zeit als ein Werkzeug, das über viele Jahre hinweg abgenutzt wurde.

Foto von naotake_speaks
Es geht nicht darum, eindeutig festzulegen, was passiert ist. Viel spannender ist es, mit den sichtbaren Hinweisen Raum für eigene Vorstellungen zu lassen.
Geht ihr nah heran, erzählen Oberflächen, Kratzer und Staub von den Details. Mit etwas mehr Abstand wird auch die Atmosphäre des Ortes spürbar, an dem die Spur entstanden ist.
Spuren findet ihr auch, ohne dafür an einen besonderen Ort zu fahren.
Neue Schrammen an einer Wand auf eurem üblichen Weg, häufig benutzte Geräte vor einem Laden, ein stehen gelassener Regenschirm oder ein von der Sonne ausgeblichenes Plakat: Wenn ihr unterwegs darauf achtet, was sich von gestern auf heute verändert hat, werden selbst in vertrauten Szenen verschiedene Zeitschichten sichtbar.

Foto von danceforallthepain
Es reicht allerdings nicht, einfach etwas Altes oder Unordentliches zu fotografieren. Achtet auf Form, Licht und Abstand – und auf das, was außerhalb des Bildes zu spüren ist. Versucht festzuhalten, warum euer Blick gerade dort hängen geblieben ist.
Wenn ihr das nächste Mal draußen seid, sucht an einem menschenleeren Ort nach einer kleinen Spur und bezieht auch den Raum davor und dahinter in euer Bild ein.
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