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By cizucu ·

Cover photo by むめい
Sobald wir einen Vogel entdecken, wirkt selbst ein vertrauter Ort ein wenig anders. Ob auf einer Stromleitung, einem Geländer oder einem Zweig: Lange bleiben die Tiere meist nicht sitzen.
Bei einem Vogelfoto muss der Vogel nicht unbedingt groß im Bild sein. Genauso spannend kann es sein, zu zeigen, wo er sich aufhält und wie er sich in seine Umgebung einfügt.
Diesmal schauen wir uns anhand eingereichter Fotos Landschaften mit Vögeln genauer an.
In der Stadt tauchen Vögel zwischen Gebäuden und Stromleitungen oder hinter Glasscheiben auf. Sie leben direkt neben uns und werden doch schnell übersehen, wenn wir nicht bewusst hinschauen.
Foto von Shiro_(白銀写真庫)
Bevor ihr die Kamera hebt, schaut erst einmal genau hin: Wo sitzt der Vogel, und was ist hinter ihm zu sehen? Treffen die geraden Linien von Rohren oder Fensterrahmen auf seine Silhouette, stehen Natur und gebaute Umgebung gemeinsam im Bild. Platziert den Vogel nicht genau in der Mitte und lasst in seiner Blickrichtung etwas Raum. So lässt das Foto schon erahnen, dass er jeden Moment weiterfliegen könnte.
Vögel reagieren empfindlich auf Menschen in ihrer Nähe. Statt immer weiter heranzugehen, wartet lieber mit etwas Abstand. So könnt ihr sie leichter in ihrem natürlichen Verhalten fotografieren. Verlasst euch nicht nur auf Serienaufnahmen, sondern beobachtet auch, wo der Vogel wahrscheinlich landen wird und in welche Richtung er abfliegen könnte.
Foto von 菊地 圭介
Auch ohne Teleobjektiv könnt ihr den Vogel klein im Bild zeigen und den Himmel, das Ufer oder die ausladenden Zweige mit einbeziehen. Dann steht nicht seine Größe im Mittelpunkt, sondern seine Beziehung zur Umgebung. Haltet euch dabei immer an die Regeln vor Ort und bleibt Nestern und Futterplätzen fern.
Wenn ein Vogel davonfliegt, scheint seine Anwesenheit noch einen Moment lang auf dem Zweig oder Geländer spürbar zu sein. Fotografiert ihr den nun leeren Platz oder wartet ihr darauf, dass er zurückkehrt? Je nachdem, wofür ihr euch entscheidet, bekommt das Foto ein anderes Zeitgefühl.
Beim Fotografieren zählt nicht nur, ob ihr den Vogel erwischt habt. Auch was ihr vor Ort beobachtet und wie lange ihr gewartet habt, gehört dazu. Schaut beim nächsten Spaziergang ruhig einmal zu den Stromleitungen und Ästen hinauf. Vielleicht verändert ein unerwarteter Hauptdarsteller euren Blick auf die vertraute Umgebung.

