Das von cizucu weltweit veranstaltete Photo Poster Project. Allein durch das Veröffentlichen von Fotografien auf cizucu kann man an einer Fotoposter-Ausstellung teilnehmen und Fotografinnen und Fotografen kennenlernen, denen man bisher noch nie begegnet ist.
Das Photo Poster Project wird gemeinsam mit ehrenamtlichen Teammitgliedern aus aller Welt realisiert. Jedes einzelne von ihnen bringt einen anderen Hintergrund und eigene Beweggründe mit und gestaltet diesen Raum aktiv mit.
Für dieses Interview haben wir mit Toruto.yuri gesprochen, die als Kreative und Mitglied dieses Teams in Nagoya, Japan, tätig ist.
Bitte stell dich kurz vor!
Normalerweise arbeite ich als Fotografin und Fotokünstlerin. Neben der Konzeption und Organisation von Fotowalks und Fotografiekursen bin ich auch im Design tätig und fotografiere fortlaufend Alltagsszenen sowie flüchtige Augenblicke.
Seit April 2025 wirke ich zudem am Photo Poster Project von cizucu mit. Bei meiner Arbeit sind mir nicht nur das Fotografieren selbst, sondern auch zwischenmenschliche Verbindungen und die vergehende Zeit besonders wichtig.
Was hat dich dazu bewegt, an ppp teilzunehmen und Teil des Teams zu werden?
Am Anfang war weniger die Vorstellung eines „Ortes für die Präsentation von Fotografien“ ausschlaggebend als vielmehr mein Interesse an cizucu selbst. Ich hatte das Gefühl, dass dort etwas Spannendes geschieht, und nahm deshalb zunächst an ppp teil.
Als ich die Ausstellung dann vor Ort besuchte, spürte ich eine Atmosphäre, die sich ein wenig von der einer klassischen Gruppenausstellung unterschied. Es ging nicht nur darum, Werke zu zeigen; ebenso wichtig waren die Verbindungen zwischen Menschen und die Auseinandersetzung mit sich selbst. Diese Atmosphäre ist mir sehr im Gedächtnis geblieben.
Im Ausstellungsraum war außerdem das große Engagement des Teams deutlich zu spüren. Durch die Fotografie kamen Menschen ganz selbstverständlich miteinander in Kontakt. Der Wunsch, selbst an diesem Ort mitzuwirken, gab schließlich den Ausschlag dafür, Teil des Teams zu werden.

Was macht ppp aus deiner Sicht als Teammitglied so besonders?
Ich denke, das Besondere liegt darin, dass die Gespräche nicht bei fotografischen Techniken oder der Ausrüstung stehen bleiben, sondern auch den Wesenskern und die persönlichen Wertvorstellungen der Menschen berühren.
cizucu selbst besitzt eine warme, einladende Atmosphäre. Die Fotografie bietet einen Anlass, neu darüber nachzudenken, was einem wichtig ist und welche Zeiten man durchlebt hat. Es ist somit auch ein Raum, in dem man sich mit sich selbst auseinandersetzen kann.
Ein weiterer großer Reiz besteht darin, dass Menschen durch Fotografie miteinander in Verbindung treten. Während ich mitwirke und dazu beitrage, die Atmosphäre und den Ablauf vor Ort zu gestalten, spüre ich auch meine eigene Entwicklung.

Sowohl die Begegnungen mit Menschen, die man zum ersten Mal trifft, als auch die allmähliche Veränderung bereits bestehender Beziehungen gehören zum besonderen Charakter von ppp. Über cizucu und ppp begegne ich Menschen aus ganz Japan und erlebe, wie an den unterschiedlichsten Orten Beziehungen über die Fotografie entstehen. Darin liegt für mich etwas Außergewöhnliches, das sich anderswo kaum finden lässt.
Was ist dir als Teammitglied besonders wichtig, und in welchen Momenten empfindest du deine Arbeit als erfüllend?
Mir ist besonders wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die teilnehmenden Kreativen sicher und aufgehoben fühlen.
Sie sollen nicht das Gefühl haben, besonders eloquent sprechen zu müssen, sondern mit ihren eigenen Worten über Fotografie erzählen können. Mir liegt daran, dass sich alle in ihrem eigenen Tempo mit der Fotografie auseinandersetzen und diese Zeit ganz selbstverständlich in etwas Neues übergehen kann.
Wenn Menschen, die Fotografie lieben, zusammenkommen, miteinander sprechen und Werke betrachten, wird die Atmosphäre nach und nach gelöster. Als Teammitglied empfinde ich es als besonders erfüllend, dabei sein zu dürfen, wenn jemand einen neuen Schritt wagt oder zu einer persönlichen Erkenntnis gelangt.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir auch Eltern, die gemeinsam mit ihren Kindern teilnahmen, sowie Menschen, die kamen, um die Fotografien von Freundinnen und Freunden zu sehen. Wenn ich erlebe, wie sich jemand über das Werk eines anderen freut, als wäre es das eigene, wird mir bewusst, dass Fotografie Menschen miteinander verbindet.
Auch Nachrichten, die uns nach einer Ausstellung erreichen, berühren mich manchmal sehr. Sowohl bei Ausstellungen im Ausland als auch in Yokohama wurde ich angesprochen, und mir wurde erneut bewusst, wie cizucu Menschen miteinander verbindet.
Hat sich deine Sichtweise verändert, seit du bei ppp mitwirkst?
Anfangs betrachtete ich ppp als einen Ort, an dem Fotografien ausgestellt werden. Je länger ich jedoch daran mitwirkte, desto stärker wurde mir bewusst, dass dort nicht nur Werke präsent sind, sondern auch Beziehungen zwischen Menschen und die Zeit, in der sich jede und jeder auf eigene Weise mit Fotografie auseinandersetzt.
Dass sich auch die Atmosphäre der Gallery Talks von Region zu Region unterscheidet, gehört zu den faszinierenden Aspekten von ppp. An vielen verschiedenen Orten in ganz Japan entstehen Begegnungen mit Menschen und der jeweils eigenen Atmosphäre einer Region. Durch diese Erfahrungen hat sich meine Wahrnehmung von ppp nach und nach erweitert.

Die Gespräche, die durch Fotografie entstehen, und die Verbindungen, die auch nach einer Ausstellung fortbestehen – jedes einzelne dieser Elemente prägt den Wert von ppp als gemeinschaftlichem Raum.
Mit jedem weiteren Engagement wird mir klarer, dass Fotografie nicht nur etwas ist, das man zeigt. Sie kann ebenso zum Anlass werden, Menschen zu begegnen und Zeit miteinander zu teilen.
Welche Botschaft möchtest du Menschen mitgeben, die künftig im Team mitwirken möchten?
ppp ist ein Ort, an dem Menschen mit einer Leidenschaft für Fotografie unbefangen zusammenkommen und mit ihren eigenen Worten darüber sprechen können.
Niemand muss besonders redegewandt sein. Entscheidend ist für mich, die Gefühle und die Zeit der anwesenden Menschen zu respektieren und die Atmosphäre gemeinsam zu gestalten.
Durch Fotografie mitzuerleben, wie jemand einen neuen Schritt wagt oder zu einer Erkenntnis gelangt, ist eine der großen Freuden der Teamarbeit.
Für Menschen, denen zwischenmenschliche Verbindungen und die Zeit zur Auseinandersetzung mit sich selbst wichtig sind, wird ppp sicherlich zu einer nachhaltigen Erfahrung.



