photo poster project ist eine von cizucu weltweit veranstaltete Fotoposter-Ausstellung, an der man teilnehmen kann, indem man lediglich eine Stadt und ein Datum auswählt.
Dieses von uns ppp genannte Projekt ist weit mehr als eine gewöhnliche Fotoausstellung. Es ist eine Community, in der alle ihre eigene Geschichte in einem geschützten Rahmen teilen können, und zugleich eine Gelegenheit, Kreativen aus aller Welt im realen Raum zu begegnen und sich mit ihnen zu vernetzen.
Diesmal haben wir mit Roger gesprochen, der an photo poster project teilgenommen hat.

Bitte stell dich kurz vor!
Hallo, ich bin Roger!
Wenn ich ehrlich bin, spielte Fotografie früher kaum eine Rolle in meinem Leben. Schon als Kind verspürte ich keinen ausgeprägten Wunsch zu fotografieren. Ich nahm höchstens unterwegs mit dem Smartphone Bilder für Storys auf oder fotografierte mich mit meinem Partner, um die Aufnahmen in den sozialen Medien zu teilen.
Meine Auseinandersetzung mit der Fotografie begann im Juni 2024 während meines Working-Holiday-Aufenthalts in Australien.
Beeinflusst von meinen Freunden und dem Leben vor Ort, vertiefte ich mich plötzlich immer stärker in die Fotografie. Jeden Tag verbrachte ich etwa vier bis fünf Stunden damit, auf YouTube fotografische Techniken zu lernen, und allmählich begann ich, mit der Kamera nach draußen zu gehen.
Ans Meer, in die Berge am Stadtrand, auf Roadtrips und allein durch die nächtlichen Straßen.
Während dieser fotografischen Streifzüge entwickelte sich ganz von selbst meine Liebe zur Fotografie.
Warum wolltest du an ppp teilnehmen?
Der wichtigste Beweggrund war, dass ich gerade erst aus Australien nach Taiwan zurückgekehrt war.
Durch meine Erfahrungen im Ausland hatte ich gelernt, auch Unbekanntem und Ungewohntem mutiger zu begegnen. Es fühlte sich etwa so an, als würde man trotz geringer Englischkenntnisse den Mut aufbringen, mit Menschen aus anderen Ländern ins Gespräch zu kommen.
Umso mehr galt das für die Fotografie, die mich wirklich interessiert. Ich nahm also mit dem Gedanken teil: why not!
Wie war die tatsächliche Teilnahme für dich?
Es war ausgesprochen spannend. Viele Menschen bezeichnen sich selbst als introvertiert, doch am Ausstellungsort von ppp fand ich besonders bemerkenswert, wie die Fotografien ganz natürlich das Eis zwischen allen brachen.
Ein einziges Werk genügte, um ein Gespräch entstehen zu lassen. Genau diese Atmosphäre war dort spürbar.

Darüber hinaus hat es mich berührt, Werke, die ich sonst nur als Beiträge in den sozialen Medien sehe, als A2-Poster im realen Ausstellungsraum zu erleben. Es fühlte sich an, als würden die Arbeiten aus dem Bildschirm heraustreten und an einem physischen Ort Gestalt annehmen. Auch die hohe Qualität der Prints hat mich überrascht.
Besonders nachhaltig in Erinnerung geblieben ist mir außerdem das Team.
Die Mitarbeitenden betrachteten die einzelnen Werke und Worte sehr aufmerksam und verstanden es, deren jeweilige Qualitäten auf ganz natürliche Weise sichtbar zu machen. Diese Haltung fand ich wirklich großartig. Sie schlugen Brücken zwischen den Kreativen und schufen Anlässe, aus denen ein Austausch entstehen konnte. Dafür bin ich zutiefst dankbar.
Warum hast du gerade dieses Werk ausgewählt?
Nachdem ich im Februar dieses Jahres aus Australien nach Taiwan zurückgekehrt war, gab es aufgrund der Veränderungen in meinem Lebensumfeld bis zur Veranstaltung am 14. Juni eine längere Phase, in der ich kaum zum Fotografieren hinausging.
In dieser Zeit erhielt ich die Einladung zur Ausstellung und erfuhr, dass das diesjährige Thema „喜歡“ – „mögen“ beziehungsweise „lieben“ – lautete. Das gab den Ausschlag dafür, dieses Werk auszuwählen.

Dieses Werk erinnert mich an die Begeisterung, die ich empfand, als ich 2024 gerade erst mit der Fotografie begonnen hatte. Damals fing ich einfach aus dem Gefühl heraus an, dass ich sie liebte. Jeden Tag Neues über Fotografie zu lernen, mich auf den Weg zu einem Aufnahmeort zu machen und allein durch die Straßen zu ziehen, um zu fotografieren – selbst die Zeit vor dem Auslösen erschien mir durchweg kostbar.
Natürlich ist die Freude noch größer, wenn es tatsächlich gelingt, einen bestimmten Moment festzuhalten. Erst durch das Thema dieser Ausstellung habe ich dieses Werk ausgewählt und, so glaube ich, mein ursprüngliches Gefühl der Begeisterung wiedergefunden.

Für alle, die noch überlegen, an photo poster project teilzunehmen
Wenn ihr derzeit nur beobachtet und noch überlegt, ob ihr teilnehmen sollt, dann wagt bitte einfach diesen einen weiteren Schritt.
Eine Ausstellung ist kein Ort, an dem verglichen wird, wessen Werk gut oder schlecht ist. Es gibt keinen Grund, unsicher zu sein oder das Vertrauen in die eigene Arbeit zu verlieren. ppp ist eine Bühne, die die leidenschaftliche Liebe aller zur Fotografie willkommen heißt.
Entscheidend ist allein, die Veranstaltung zu genießen und die eigenen Geschichten miteinander zu teilen. Mehr braucht es meiner Meinung nach nicht.


