photo poster project ist eine von cizucu weltweit veranstaltete Fotoposter-Ausstellung, an der man teilnehmen kann, indem man einfach eine Stadt und einen Termin auswählt.
Dieses von uns ppp genannte Projekt ist weit mehr als eine gewöhnliche Fotoausstellung. Es ist eine Community, in der alle ihre eigenen Geschichten in einem geschützten Rahmen teilen können, und zugleich eine Gelegenheit, Kreativen aus aller Welt im realen Leben zu begegnen.
Diesmal haben wir mit kameleon gesprochen, die an photo poster project teilgenommen hat.
Bitte stellen Sie sich kurz vor!
Hallo, ich bin kameleon und komme aus Wien in Österreich.
Mit dem Fotografieren habe ich vor etwa 30 Jahren begonnen. Den Anstoß gab eine gebrauchte Kamera von Canon, die ich von einem Freund übernommen hatte. Die Fotografie faszinierte mich so sehr, dass ich zeitweise sogar eine Ausbildung begann, um das Handwerk zu erlernen.
Dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass die Fotografie für mich weniger ein Beruf als vielmehr eine persönliche Leidenschaft ist, die ich dauerhaft bewahren möchte.
Im Laufe der Jahre habe ich mit vielen unterschiedlichen Kameras gearbeitet, ohne mich dabei auf einen bestimmten Stil oder ein einzelnes Sujet festzulegen. Was ich fotografieren möchte, verändert sich je nach Stimmung und Empfinden.
Ich beobachte meine Umgebung sehr gern. Einen unwiederbringlichen Augenblick zu entdecken und fotografisch festzuhalten, übt auf mich einen ganz besonderen Reiz aus.
Was hat Sie zur Teilnahme bewegt?
Ich reise sehr gern, und in den vergangenen zwei Jahren ist meine Verbundenheit mit Japan immer stärker geworden.
Als ich die ppp-Seite auf Instagram entdeckte, hatte ich sofort das Gefühl, dass dies ein Ort sein könnte, an dem ich in Japan Menschen mit ähnlichen Interessen kennenlernen kann. In Wien habe ich bereits Solo- und Gruppenausstellungen realisiert und außerdem Veranstaltungen konzipiert, die Musik und Fotografie miteinander verbinden.
Natürlich kann man seine Arbeiten auch allein präsentieren, doch ich schätze besonders jene Momente, in denen ich innerhalb einer Gruppe vielfältigen Meinungen und Perspektiven begegne.
Die Gedanken unterschiedlicher Menschen kennenzulernen und durch Fotografie ins Gespräch zu kommen – diese offene Atmosphäre hat mich dazu bewogen, an ppp teilzunehmen.
Wie haben Sie Ihre tatsächliche Teilnahme erlebt?
Es war eine großartige Erfahrung. In der Ausstellung habe ich viele warmherzige Menschen kennengelernt. Obwohl ich die einzige Teilnehmerin aus Europa war und eine Sprachbarriere bestand, fühlte ich mich zu keinem Zeitpunkt ausgeschlossen.
Das Organisationsteam arbeitete äußerst professionell und begleitete sowohl den Ablauf als auch die Teilnehmenden mit großer Sorgfalt. Dadurch konnte ich mich vor Ort sicher und aufgehoben fühlen.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die positiven Reaktionen auf die Arbeiten und das aufrichtige Interesse an den Künstlerinnen und Künstlern. Dass meiner eigenen Arbeit mit einer derart unmittelbaren Neugier begegnet wurde, erfüllte mich mit großem Stolz.
Zugleich hatte ich das Gefühl, neue Kraft für meine weitere künstlerische Arbeit gewonnen zu haben.
Warum haben Sie gerade dieses Werk ausgewählt?
Ich habe mich für eine Aufnahme entschieden, die einem lang gehegten Interesse von mir eine neue Tür geöffnet hat.
Schon seit Langem faszinieren mich Kräne, Stahlkonstruktionen und Baustellen. Doch über viele Jahre hinweg wusste ich nicht recht, wie ich diese Motive in eine überzeugende künstlerische Arbeit überführen könnte.
Diese vor einigen Monaten entstandene Fotografie eröffnete dem ins Stocken geratenen Projekt neue Möglichkeiten. Als hätte sich plötzlich eine Tür geöffnet, setzte sie ein bislang schlummerndes Thema in Bewegung.
Deshalb fühlte es sich ganz selbstverständlich an, dieses Werk auszuwählen. Ich glaube, es markiert jenen Moment, in dem ein lange in mir getragenes Interesse erstmals als konkretes Bild Gestalt annahm.
Für alle, die noch überlegen, an photo poster project teilzunehmen
Gerade in einer Zeit, in der häufig Konformität erwartet wird, halte ich es für wichtig, an sich selbst zu glauben und den eigenen Weg ohne Kompromisse zu verfolgen. Zumindest in der Kunst sind es gerade die Versuche, die möglicherweise scheitern, an denen wir wachsen.
Viele der Teilnehmenden dieser Ausstellung hatten vielleicht ähnliche Unsicherheiten und Zweifel.
Dennoch herrschte im Ausstellungsraum eine offene Atmosphäre, in der man einander vorbehaltlos annahm.
Jeder Mensch bringt eine andere Geschichte mit. Was diese Geschichten miteinander verbindet, ist die Fotografie.
Für mich ist ppp ein besonderer Ort, an dem man die eigene Arbeit anderen Menschen zeigen kann.





