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By cizucu ·

©︎ Kodak
Die Gründe, sich für eine analoge Kamera zu entscheiden, liegen nicht allein im Bildergebnis. Das Herausnehmen aus der Tasche, die leichte Anspannung vor dem Auslösen, das haptische Gefühl beim Zurückspulen nach dem Fotografieren – die Kodak EC35 ist eine 35mm-Filmkamera, die diese kleinen Gesten wieder erlebbar macht.
Dieses neue Modell des Reto Project verfügt über eine 25mm-Festbrennweite, Blende F10 und eine feste Verschlusszeit von 1/100 Sekunde. Durch den Verzicht auf komplexe Einstellungen und die Kombination aus retro-inspirierter Schiebeschutzabdeckung und sieben Farben wird das fotografische Erlebnis im Alltag angenehm leicht.
Das herausragende Merkmal der Kodak EC35 ist die Schiebeschutzabdeckung, die Objektiv und Sucher bedeckt. Beim Fotografieren wird die Abdeckung geöffnet, beim Verstauen geschlossen. Diese einfache Bewegung wird zu einem kleinen Ritual, das sich deutlich vom schnellen Starten einer Smartphone-Kamera unterscheidet.
Beim Spaziergang durch die Stadt, wenn der Schatten am Abend auf die Wand fällt: Die Abdeckung wird aufgeschoben, durch den Sucher geblickt, und ohne Zögern ein Bild gemacht. Gerade weil es nur wenige Bedienelemente gibt, kann man sich besser auf die Distanz zum Motiv und den Lichteinfall konzentrieren.

©︎ Kodak
Auch in praktischer Hinsicht erfüllt die Abdeckung eine Doppelfunktion als Objektivschutz und Auslösesperre. Die Sorge, dass das Objektiv in der Tasche verschmutzt oder der Auslöser versehentlich betätigt wird, wird so minimiert – ein klarer Vorteil für eine Kamera, die man täglich mit sich führt.
Die technischen Daten sind bewusst einfach gehalten: 35mm-Film, 25mm-Festbrennweite, Blende F10, 1/100 Sekunde. Das Aufziehen und Zurückspulen des Films erfolgt manuell, der integrierte Blitz wird mit einer AA-Alkalibatterie betrieben. Das Gewicht beträgt ca. 102g, die Maße 119×65×41,5mm.
Diese Kamera ist nicht für komplexe Einstellungen gedacht. Vielmehr ist sie ein Werkzeug, um Momente wie einen Spaziergang an einem sonnigen Tag, ein Café mit Freunden oder einen Markt auf Reisen unkompliziert festzuhalten. Wer nicht zu nah herangeht und mit etwas Abstand die Atmosphäre einfängt, wird die Weite des 25mm-Objektivs besonders schätzen.
Mit dem Smartphone kann man das Bild kontrollieren und beliebig oft wiederholen. Mit der Kodak EC35 bleibt eine gewisse Leichtigkeit der Einschränkung. Gerade diese Limitierung schärft den Blick für das Motiv und macht jeden Auslösemoment bewusster.
Die Farbpalette umfasst sieben Varianten: Midnight Black, Vanilla White, Butter Yellow, Lavender, Powder Blue, Blush Pink und Avocado Green. Anders als bei klassischen schwarzen Kameras lädt diese Auswahl dazu ein, die Kamera als modisches Accessoire passend zu Kleidung, Tasche oder anderen Gegenständen auszuwählen.

©︎ Kodak
Der Preis liegt für das Kameragehäuse allein bei etwa 34,99 US-Dollar, im Bundle mit einem 24er-Film Kodak Ultramax 400 bei etwa 44,99 US-Dollar. Film und Batterien müssen gegebenenfalls separat erworben werden, doch als Einstieg in die 35mm-Fotografie ist die Kamera besonders zugänglich.
Die Kodak EC35 ist keine Kamera für diejenigen, die höchste Leistung bei Kompaktkameras suchen. Das Kunststoffgehäuse mit festen Einstellungen bietet nur begrenzte Möglichkeiten. Dennoch sorgt das geringe Gewicht dafür, dass man sie immer dabei haben kann – und so öfter fotografiert.
Ein Tipp: Nach dem Einlegen des Films ein Thema wählen – etwa „Gelbe Dinge“, „Licht auf dem Heimweg“ oder „Hände von Freunden“. Mit solchen lockeren Regeln und ohne Einstellungsstress fällt es leichter, Stimmungen und Details im Alltag einzufangen.
Für die Freude an der Fotografie braucht es nicht immer komplexes Equipment. Jedes Mal, wenn man die Schiebeschutzabdeckung öffnet, fragt man sich, welchen Moment man festhalten möchte. Diese kleinen Fragen begleiten einen – und genau darin liegt der Reiz dieser Kamera.