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Fotospots in Okutama mit umai_gohan | ISSUE #236

By umai_gohan ·

Fotospots in Okutama mit umai_gohan | ISSUE #236

Cover photo by umai_gohan

Für diese Ausgabe hat uns der cizucu-Kreative umai_gohan, der weltweit Kulturen und Identitäten fotografisch einfängt, seine persönlichen Empfehlungen für Fotospots in Okutama, Tokio, vorgestellt.

Okutama, das sich hinter den Bergrücken erstreckt, wirkt wie ein Ort, an dem man kaum glauben kann, noch in Tokio zu sein. Hier existieren die Erinnerungen an die Entwicklungsphase der Nachkriegszeit und die heutige Stille auf faszinierende Weise nebeneinander.

Die von umai_gohan ausgewählten Orte in Okutama lassen die Konturen der Zeit spürbar werden, die in dieser Landschaft eingeschrieben sind.

Was hat Sie dazu bewogen, die Region Okutama auszuwählen?

Okutama, im Westen Tokios gelegen, ist heute ein Ort, der sich von der Lebendigkeit und dem Glanz klassischer „Touristenziele“ etwas entfernt hat. Während der Hochphase des Wirtschaftswunders war es ein beliebter Anlaufpunkt für Freizeit und Erholung. Doch mit dem Wandel der Zeit und veränderten Freizeitgewohnheiten wurden viele der damaligen Einrichtungen und Szenerien still und leise zurückgelassen.

Mich reizte es, die „Erinnerungen“ dieser zurückgebliebenen Landschaften zu erkunden. Nach etwa einer Stunde Fahrt von der Innenstadt, entlang der Bergrücken, spürt man, wie die Luft klarer wird und die Weite der Sicht zunimmt.

Die anhaltenden Windungen und die Szenerie, die einen fragen lässt, ob man wirklich noch in Tokio ist, machen für mich den besonderen Reiz von Okutama aus – hier überlagern sich die heutige Stille und die Spuren vergangener Lebendigkeit auf ein und derselben Straße.

1. Verlassene Bauwerke

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Foto von umai_gohan

Die Überreste des einstigen Trubels von Okutama sind noch heute über dem See zwischen den Bergen zu erkennen. Die inzwischen funktionslosen Bauwerke wirken weniger wie vollendete Relikte, sondern vielmehr wie in der Zeit schwebende Objekte, die einfach zurückgelassen wurden.

Auch wenn sie ihre Funktion verloren haben, ist allein ihre fortdauernde Präsenz ein Teil der Geschichte dieses Ortes. Während ich mir die Geräusche und das Treiben vergangener Tage vorstellte und auf das stille, kühle Bahnhofsgebäude blickte, schien sich die Kontur der Zeit in der Landschaft plötzlich aufzurichten.

Fotografische Herangehensweise

Ich habe darauf geachtet, nicht nur das Gebäude isoliert abzubilden, sondern das „Abstandsgefühl“ zwischen frischem Grün und den Bauwerken im Bild spürbar zu machen. Statt ein Hauptmotiv stark in den Vordergrund zu rücken, habe ich bewusst aus einer etwas distanzierteren Perspektive fotografiert, um das Gleichgewicht zwischen den menschengemachten Strukturen und der umgebenden Natur einzufangen.

Durch Freiräume am Bildrand, die Menge an Grün und den offenen Himmel wollte ich Stille und Kühle vermitteln. Außerdem habe ich die Schnittpunkte zwischen den geraden Linien der Bauwerke und den organischen Linien der Umgebung gesucht, um die zeitliche Verschiebung visuell erfahrbar zu machen.

2. Spuren der Entwicklung

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Foto von umai_gohan

Mit dem Bau des Okutama-Sees gab es in dieser Gegend einst ein reges Alltagsleben. Die heute noch vorhandenen Gebäude und Bauwerke waren einst Teil des täglichen Lebens, doch ihre Funktion endete vor langer Zeit, und ihre Spuren sind nun still in die Berge eingebettet.

Was sich vor einem ausbreitet, ist weniger ein „Relikt der Vergangenheit“ als vielmehr eine Landschaft, in der die Zeit abgebrochen scheint. Die Distanz zwischen Bauwerk, Berg und Himmel war besonders spürbar, weil diese Trennung durch Licht und Luft hervorgehoben wurde.

Fotografische Herangehensweise

Um die Stille und die Dichte der Luft einzufangen, habe ich das Gebäude nicht zu sehr in den Mittelpunkt gerückt, sondern die Silhouette der Berge und den offenen Himmel in die Komposition einbezogen.

Mir ging es nicht darum, den „Ruinen-Charakter“ zu überzeichnen, sondern vielmehr die Selbstverständlichkeit zu vermitteln, mit der diese Bauwerke heute als Teil der Natur existieren.

3. Verstreute Erinnerungen

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Foto von umai_gohan

Überall finden sich noch Spuren einstiger Wege oder kleine Zugänge, die einst in die Berge führten. Diese winzigen Fragmente, die man beim Vorbeifahren leicht übersieht, wirken wie verstreute Erinnerungsstücke.

Die diesjährige Fototour war weniger eine zielgerichtete Reise zu einem bestimmten Ort, sondern vielmehr ein Sammeln und Innehalten an den verstreuten Spuren entlang des Weges.

Gerade das scheinbare Nichtgeschehen ist hier zu einer eigenen Information geworden.

Fotografische Herangehensweise

Statt gezielt nach bekannten Orten zu suchen, habe ich an Stellen angehalten, die mir unterwegs auffielen, und dabei Perspektive und Standpunkt immer wieder leicht verändert.

Es ging weniger darum, Spuren aktiv zu suchen, sondern vielmehr darum, das Tempo zu drosseln und kleine Veränderungen in der Landschaft nicht zu übersehen.

4. Verbindungen zwischen den Punkten

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Foto von umai_gohan

In Okutama offenbart sich weniger ein „vollendetes Bild“ als vielmehr eine Aneinanderreihung von Fragmenten entlang der Route. Beispielsweise tauchen nach einer Kurve plötzlich Schatten von Leitplanken auf, Betonwände am Straßenrand oder das kurz aufblitzende Spiegeln der Wasseroberfläche zwischen den Ästen. Solche kleinen Elemente wiederholen sich in ähnlichem Rhythmus und verändern dabei allmählich ihre Gestalt.

Es bleibt eine anhaltende Ambivalenz, als würde eine sich anbahnende Ordnung wieder zerfallen, und nur ein leises Gefühl von Unstimmigkeit häuft sich an. Die Verbindung der Punkte gleicht dem Versuch, diese Fragmente als „Szenerie“ neu zusammenzusetzen.

Fotografische Herangehensweise

Bei dieser Fotoserie habe ich weniger auf die Perfektion einzelner Aufnahmen geachtet, sondern vielmehr darauf, den „Fluss der Bewegung“ nicht zu unterbrechen. Sobald mich unterwegs Licht oder Formen ansprachen, habe ich das Auto gestoppt und schnell einige Aufnahmen gemacht, solange das Licht noch stimmte.

Ich habe bewusst ähnliche Elemente (wie Linien, Schatten, Reflexionen) aufgenommen und Perspektive sowie Abstand variiert, um eine Kontinuität zwischen den Bildern zu schaffen. Die Linie, die die Punkte verbindet, bleibt zwar unsichtbar auf der Karte, aber als Erinnerung an die Bewegung bleibt sie in mir und meiner Kamera erhalten.


Wie hat Ihnen dieser Einblick gefallen?

Das Fotografieren in Okutama ist offenbar weniger ein „Suchen“ nach Motiven als vielmehr ein „Nicht-Übersehen“. Die Distanz zwischen Bauwerk, Berg und Himmel sowie die Dichte der Spuren in der Stille – das Sammeln dieser verstreuten Eindrücke entlang des Weges wird selbst zur Fotografie.

Besuchen Sie unbedingt die von umai_gohan empfohlenen Fotospots und erleben Sie die „Konturen der Zeit“ von Okutama mit eigenen Augen.

Information
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umai_gohan

Fotografiert vor allem Ruinen, Street und Zoos. Mit Festbrennweiten und reduzierten Kompositionen legt er Wert darauf, die „Dichte der Zeit“ im entscheidenden Moment einzufangen. Die verwendete Ausrüstung ist gezielt auf seine Intentionen abgestimmt.

cizucu: umai_gohan
Threads: @umai_gohan___

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