Einleitung
„Liminal Space“ ist ein globaler Online-Fotowettbewerb, kuratiert von cizucu, an dem alle auf cizucu registrierten Kreativen teilnehmen können. Herausragende Arbeiten werden aus den Einreichungen kuratiert, um neue Talente auf der Plattform zu entdecken und die Community gezielt zu fördern.
Das diesjährige Thema lautete: Menschenleere Räume mit spürbarer menschlicher Präsenz.
Als Liminal Space werden Übergangsräume wie Flure, Treppen, Straßen oder Hotels bezeichnet – Orte, die sich zwischen Bewegung und Verweilen befinden. Seit etwa 2019 hat sich dieses Konzept als Internet-Mem verbreitet und steht für eine Ästhetik, die das Unheimliche und Nostalgische menschenleerer Orte betont.
In solchen Räumen, aus denen die Menschen verschwunden sind, liegt eine eigentümliche Stille, die wie eine Verschiebung der Realität wirkt. Dieses Gefühl des „Dazwischen“ macht den Reiz von Liminal Spaces aus.
Leere Flure, geschlossene Geschäfte nach Ladenschluss, Bahnsteige im Morgengrauen – auch wenn keine Menschen zu sehen sind, bleibt ihre Präsenz spürbar.
Für diesen Wettbewerb wurden nicht nur unheimliche, sondern auch nostalgische, stille, melancholische oder behagliche Arbeiten mit liminaler Atmosphäre gesucht.
Im Folgenden stellen wir die eingereichten und ausgezeichneten Arbeiten vor.
Eingereichte Arbeiten

Foto von wayfarer0915
wayfarer0915
cizucu Redaktion
Die eingestürzten Wände und Säulen, die verfallene Decke – all das trägt die Schatten eines Ortes, der längst aus menschlicher Hand gefallen ist. Doch das Sonnenlicht, das durch die Dachlücken fällt, und das Grün, das sich über den Boden zieht, lassen spüren, dass dieser Raum nicht nur dem Verfall geweiht ist.

Foto von Thomas_J
Thomas_J
📷 LEICA Q2
cizucu Redaktion
Ein Klavier ohne Spieler, Stühle ohne Sitzende – diese Konstellation lässt die Nachklänge von Musik und Gesprächen erahnen. Der Blick wird in die Tiefe der Treppe gezogen, und der Raum wirkt wie eine Szenerie zwischen Realität und Erinnerung.

Foto von shinesnooping
shinesnooping
📷 FUJIFILM X100VI
cizucu Redaktion
Das schwache Licht der Neonröhren hebt die Leere des Parkhauses noch stärker hervor. Die klar gezogenen Linien und die Reihung der Säulen sind für Autos und Menschen gedacht, doch geblieben ist nur die Funktion. Es fühlt sich an, als sei man in einen Zwischenraum zwischen der sichtbaren und der verborgenen Seite des Alltags geraten.

Foto von 廖さん
廖さん
cizucu Redaktion
Die an der Wand befestigten Zettel und Notizen konservieren die Spuren und Zeiten unzähliger Menschen, die hier verweilten. Obwohl niemand zu sehen ist, scheinen Stimmen und Schritte noch immer im Raum zu verweilen und durch das Werk hindurch hörbar zu werden.
Ausgezeichnete Arbeiten

Foto von Tom Garde
Tom Garde
📷 PENTAX67
cizucu Redaktion
Arbeitstisch, Nähmaschine, verstreute Stoffe – als hätte jemand mitten in der Arbeit den Platz verlassen. Das große Gesicht im Hintergrund blickt wie eine Erinnerung oder Vision auf den Raum und verschiebt die Realitätsebene. Trotz der Abwesenheit von Menschen bleibt das Gefühl, beobachtet zu werden, und erzeugt eine spannungsreiche Ambivalenz.

Foto von ゆきむら
ゆきむら
cizucu Redaktion
Der feuchtblaue Untergrundgang ist ein Ort des Durchgangs, doch zugleich vermittelt er ein Gefühl der Ausweglosigkeit. Die niedrige Decke, die trennenden Zäune und die blockierende Treppe lassen den Ausgang unerreichbar erscheinen. In der Stille der Leere liegt eine Schwere, die an das Versinken in die reale Unterwelt erinnert.
Abschließende Worte
Wie hat Ihnen diese Auswahl gefallen?
Gerade weil keine Menschen zu sehen sind, bleiben die Spuren ihrer Zeit und Handlungen umso deutlicher erhalten. In scheinbar leeren Räumen steigen Stimmen, Schritte und Alltagsmomente auf. Diese atmosphärische Präsenz einzufangen, war das zentrale Thema dieses Wettbewerbs.


