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Im Gespräch mit camell: Sicherheit und neue Perspektiven in einer exklusiven Frauen-Fotografie-Community | ISSUE #244

By cizucu ·

Im Gespräch mit camell: Sicherheit und neue Perspektiven in einer exklusiven Frauen-Fotografie-Community | ISSUE #244

©︎ camell

Einleitung

〈camell〉 ist eine exklusive Fotografie-Community für Frauen, die aus dem Wunsch heraus entstanden ist, einen Ort zu schaffen, an dem Fotografie freier und langfristiger genossen werden kann. Durch Fotowalks, Workshops, Ausstellungen und Online-Events wird ein Raum geschaffen, in dem nicht Können oder Erfahrung im Vordergrund stehen, sondern die Freude am kontinuierlichen Fotografieren. So können viele Frauen in einem sicheren Umfeld ihrer Leidenschaft für Fotografie nachgehen.

Ihren Anfang nahm die Initiative 2012 mit fünf Mitgliedern unter dem Namen „Camera Girls“. 2013 erfolgte die Gründung als juristische Person, und 2022 wurde die Community in 〈camell〉 umbenannt, um noch mehr Frauen den Zugang zur Fotografie zu ermöglichen.
Heute zählt die Community über 14.000 Mitglieder. Seit 2023 gibt es einen monatlichen Mitgliederservice, und jährlich werden rund 300 exklusive Events für Mitglieder veranstaltet. So wächst camell kontinuierlich zu einer der größten Fotografie-Communities für Frauen in Japan.

In diesem Artikel sprechen wir mit der Gründerin von 〈camell〉, Frau Tanaka, darüber, warum sie sich konsequent für das exklusive Frauenformat entschieden hat und weshalb sie nicht das „perfekte Foto“, sondern die Freude am kontinuierlichen Fotografieren in den Mittelpunkt stellt. Wir beleuchten die Verbindungen, die innerhalb dieses Rahmens entstanden sind, und werfen einen Blick auf neue Herausforderungen, die sich daraus ergeben.

Information
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camell

2012 startete die Initiative mit fünf Mitgliedern unter dem Namen „Camera Girls“. 2013 erfolgte die Gründung als Unternehmen, 2022 die Umbenennung in camell. Die Community zählt über 14.000 Mitglieder, mehr als 500 sind im monatlichen Mitgliederservice registriert. Im Juli 2026 eröffnet das stationäre Fotofachgeschäft „soke“ in Tokio-Kameido.

Instagram: @cameragirls_jp

Q1. Wie ist die Community camell entstanden und warum haben Sie sich für den Begriff „Kamera-Mädchen“ und das exklusive Frauenformat entschieden, Frau Tanaka?

Wir haben uns für ein exklusives Frauenformat entschieden, damit auch Frauen mit Partner oder Familie unbeschwert teilnehmen können und deren Angehörige sie mit gutem Gefühl unterstützen.

Ich dachte, dass manche Frauen zögern würden, wenn auch Männer dabei wären. Im Nachhinein betrachtet war es eine gute Entscheidung, da so viele Frauen angstfrei teilnehmen konnten.

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©︎ camell

Q2. Welche Bedeutung hat der „Raum für Fotografie“ für Frauen, nachdem bereits über 10.000 Mitglieder teilgenommen haben?

Während viele Angebote auf Skill-Verbesserung abzielen, legt 〈camell〉 größten Wert darauf, dass jede Frau die Fotografie auf ihre eigene Weise genießen kann. Ein sicherer Ort, an dem Frauen unabhängig von Ausrüstung oder Erfahrung gemeinsam fotografieren können, ist tatsächlich sehr selten – und das spüren wir auch an der positiven Resonanz.

Gerade als Erwachsene ist es nicht leicht, neue Freundschaften zu schließen oder sich zu vernetzen. Fotografie bietet einen wunderbaren Anlass, neue Kontakte zu knüpfen und den eigenen Kreis zu erweitern.

Auch für mich persönlich hat sich mein Leben durch camell, das ich ursprünglich als Hobby mit fünf Freundinnen begann, bereichert und viel Freude gebracht.

Q3. Es heißt, dass viele Anfängerinnen bei camell Mitglied sind. Gibt es Werte, die Ihnen wichtiger sind als das „perfekte Foto“?

Auch ich habe als Fotografiebegeisterte Phasen erlebt, in denen ich mich auf Skill-Verbesserung konzentriert oder nach Anerkennung gestrebt habe. Gerade in solchen Zeiten wurde die Fotografie für mich weniger erfüllend, und ich verglich mich immer häufiger mit anderen.

Irgendwann fragte ich mich: „Was bedeutet es eigentlich, ein gutes Foto zu machen? Muss man als Hobbyfotografin überhaupt besser werden?“ Wenn man Fotografie als Ausdrucksform versteht, lässt sie sich ohnehin nicht nur an Können messen.

Als ich den Wunsch nach Lob und Anerkennung losließ und mich stattdessen auf das „eigene, freudvolle Auslösen des Auslösers“ konzentrierte, wurde alles viel leichter. Am Ende konnte ich Fotos machen, die wirklich meinen eigenen Stil widerspiegeln.

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©︎ camell

Aus dieser Erfahrung heraus legen wir bei 〈camell〉 mehr Wert auf Freude als auf Perfektion und auf Individualität statt auf Vergleiche mit anderen.

Q4. Gibt es besondere Erlebnisse aus den bisherigen Fotowalks oder Touren, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind?

Wir veranstalten jährlich rund 300 exklusive Events für unsere Mitglieder – und ehrlich gesagt, sind sie alle auf ihre Weise besonders und unvergesslich.
Besonders eindrucksvoll war die diesjährige Reise nach Taiwan. Über Instagram haben wir Kontakt zu lokalen Fotografiebegeisterten aufgenommen und erstmals einen Austausch zwischen Japan und Taiwan organisiert. Es war viel spannender, als ich erwartet hatte, und ich war überrascht, wie leicht sich internationale Freundschaften über die Fotografie knüpfen lassen.

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©︎ camell

Bis dahin hatte ich immer eine Trennung zwischen Japan und dem Ausland empfunden, aber diese Erfahrung hat mir gezeigt: „Die Liebe zur Fotografie kennt keine Grenzen.“ In Zukunft möchte ich noch mehr internationale Begegnungen ermöglichen.

Q5. Welche besonderen Erfahrungen oder Beziehungen entstehen durch den exklusiven Frauenraum?

Es fällt definitiv leichter, Kontakte zu knüpfen, und vor allem spürt man eine starke gegenseitige Empathie. Freude, Sorgen, Herausforderungen und Wünsche lassen sich unter Frauen leichter teilen und annehmen.
Wenn ich sehe, wie sich Mitglieder von 〈camell〉 zu gemeinsamen Reisen oder Unternehmungen verabreden, freut mich das jedes Mal sehr.

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©︎ camell

Q6. Was war Ihr erster Eindruck, als Sie von cizucus 〈photo poster project〉 erfahren haben?

Wir sind überzeugt, dass analoge Fotografie noch spannender sein kann als digitale – deshalb gestalten wir auch unser Geschäft 〈soke〉 als einen Ort, an dem das Fotografieren, Gestalten und Erleben im Mittelpunkt stehen. Gerade auf Social Media, insbesondere Instagram, vergleicht man sich schnell mit anderen und lässt sich von Zahlen beeinflussen. Wenig Resonanz auf einen Beitrag kann schnell frustrieren.

Deshalb finde ich das analoge, gemeinschaftliche Konzept des 〈photo poster project〉 sehr spannend. Es entspricht auch unserer eigenen Vision – und ich fühle mich dem Projekt sehr verbunden.

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photo poster project (ppp) – Impressionen

Q7. Welche Herausforderungen und Aktivitäten möchten Sie mit camell künftig angehen?

Wir eröffnen im Juli unser Fotofachgeschäft 〈soke〉. Von der Idee bis zur Umsetzung hat es fünf Jahre gedauert, aber dafür ist es ein Ort geworden, der unsere Philosophie und Ideale widerspiegelt. Ich würde mich freuen, wenn viele einfach mal vorbeischauen.

Q8. Welche Botschaft möchten Sie Frauen mitgeben, die mit Fotografie beginnen möchten oder sich noch nicht trauen, ihre Arbeiten zu zeigen?

Perfektion ist nicht das Wichtigste. Auch das Teilen oder Zeigen der eigenen Arbeiten ist kein Muss, wenn es sich nicht richtig anfühlt.
Probieren Sie Fotografie einfach aus, um den Alltag bewusster zu genießen. Wenn Sie Ihre liebsten Momente auf Ihre eigene Weise festhalten, ist das schon genug.

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©︎ camell

Abschließende Worte

〈camell〉 stellt nicht Perfektion oder äußere Anerkennung in den Mittelpunkt, sondern die Freude am eigenen fotografischen Ausdruck. Diese Haltung zeigt, wie wichtig sichere Räume sind, in denen man frei experimentieren und auch Fehler machen darf.
Bevor man Werke vergleicht, sollte man sich Zeit nehmen, über Fotografie zu sprechen. Dieser Ansatz findet sich auch im 〈photo poster project(ppp)〉 von 〈cizucu〉 wieder.

Auch bei 〈cizucu〉 findet am 12. Juli in Tokio-Kichijoji erstmals ein exklusives 〈photo poster project(ppp)〉 für Frauen statt. Teilnehmen können alle, die sich als Frau identifizieren – unabhängig von fotografischer Erfahrung. Wenn Sie Fotografie lieben, sind Sie herzlich eingeladen!

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