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photo poster project | Wo Film und Poesie sich kreuzen: Geschichten weitergeben mit V C Design | ISSUE #215

By cizucu · 14. Mai 2026

Serie „Geschichten ausstellender Kreativer“
photo poster project | Wo Film und Poesie sich kreuzen: Geschichten weitergeben mit V C Design | ISSUE #215
photo poster project | Wo Film und Poesie sich kreuzen: Geschichten weitergeben mit V C Design | ISSUE #215

Die von cizucu weltweit veranstaltete Foto-Poster-Ausstellung ermöglicht es, einfach durch die Wahl von Stadt und Datum teilzunehmen.

Das von uns als ppp bezeichnete Projekt ist weit mehr als eine reine Fotoausstellung. Es ist eine Community, in der jede:r seine Geschichte in einem geschützten Rahmen teilen kann, und eine Gelegenheit, sich im realen Raum mit Kreativen aus aller Welt zu vernetzen.

Dieses Mal haben wir mit dem Kreativen V C Design über seine Teilnahme am gesprochen.

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Stellen Sie sich bitte kurz vor!

Ich bin ein multidisziplinär arbeitender Künstler und aktuell auch als Freelancer unter dem Namen „VC Design“ tätig.
Der einzige Grund, warum ich meine Leidenschaft für das Schaffen bewahre, ist das Bedürfnis, Geschichten zu erzählen. Mein Spektrum reicht von traditionellen bis digitalen Medien: Federzeichnung, Ölmalerei, Aquarell, Installation, Skulptur – und in letzter Zeit faszinieren mich auch Ausdrucksformen wie 3D-Animation. Ich liebe experimentelle Herausforderungen.

Für mich ist Film (底片) wie eine Brücke zwischen digital und analog. Es ist ein Material, das man physisch in der Hand halten kann, dessen Ausdrucksmöglichkeiten sich aber durch digitale Nachbearbeitung erweitern lassen.
Wenn Film „den Gefühlen des Moments Farbe verleiht“, dann ist Poesie wie ein „Radio, das Zeit aufzeichnet“. Ich glaube, dass beim Durchwandern des Films Funken entstehen, wenn sich Poesie und persönliche Erinnerungen kreuzen.

Die „Wärme“ des Films ist durch Digitales kaum zu ersetzen. Gerade weil das Licht so ursprünglich und natürlich ist, wird Film zum idealen Partner der Poesie. Ich möchte zwischen der Synästhesie von Poesie und Film neue Wege des Geschichtenerzählens erschließen.

Portfolio von V C Design

Was hat Sie zur Teilnahme bewegt?

Ursprünglich wurde ich von meinem Vorgesetzten auf das Projekt aufmerksam gemacht. Als ich davon erfuhr, war ich einfach nur begeistert!
Ich hatte gerade daran gearbeitet, „analoge Fotografie mit neuer Poesie zu verbinden“ und war sehr gespannt, wie das Publikum darauf reagieren würde. Das gab mir einen spontanen Anlass, meine vertraute Heimatregion zu bereisen.

Während meines Studiums habe ich bereits an mehreren Gruppenausstellungen teilgenommen und weiß, wie aufwendig Ausstellungen sein können. Früher habe ich großformatige Installationen (Social Visual Gazing) realisiert, die teils über 300 kg wogen und enorme Produktionskosten verursachten.
Gerade deshalb ist mir bewusst geworden, dass Fotografie die „leichteste, kostengünstigste und empathischste Form des Geschichtenerzählens“ ist.

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Zu erfahren, dass ich meine Arbeiten mit überschaubarem Kostenaufwand ausstellen kann, hat für mich eine große Hürde beseitigt – gerade wenn man Geschichten teilen möchte, aber nicht weiß, wo man anfangen soll.
Deshalb habe ich mich ohne Zögern für einen Termin entschieden.

Wie war Ihre Erfahrung bei der Teilnahme?

Am Tag der Ausstellung war ich der erste Kreative, der im Ausstellungsraum ankam. Ich war voller Vorfreude, aber auch ein wenig nervös … (lacht)

Nachdem ich meine „Verbindung von Film und Poesie“ vorgestellt hatte, kamen interessierte Besucher:innen auf mich zu und wollten mehr über den Hintergrund meiner Arbeiten erfahren. Dieser Moment war sehr herzlich und bedeutete mir viel.

Ich finde, dass eine „emotional stabile Moderation“ bei solchen Veranstaltungen sehr wichtig ist. Sie hält die Atmosphäre und gibt, wenn nötig, auch emotionalen Rückhalt. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass das cizucu-Team meine Unsicherheiten beim Vortragen der Poesie wirklich aufgefangen hat.

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Diese Ausstellung hat Erinnerungen an eine Zeit geweckt, in der es in jeder Ecke der Stadt Galerien gab und kreative Arbeiten an jeder Straßenecke lebendig waren. Das realisiert genau dieses Gefühl in der Gegenwart.

Über soziale Medien habe ich gesehen, dass am selben Tag auch in Korea, Thailand, Großbritannien und anderen Ländern Ausstellungen stattfanden – es fühlte sich fast so an, als wäre ich ein internationaler Kreativer.

Bemerkenswert war auch, dass unabhängig von Erfahrung alle im Raum das Bedürfnis hatten, die Perspektiven und Gedanken der anderen kennenzulernen. Einige Besucher:innen stellten viele Fragen dazu, wie ich Inspiration aus anderen Medien und Ausdrucksformen ziehe – das hat mich dazu gebracht, meine eigene Kunst neu zu definieren. Es war eine großartige Erfahrung mit vielen inspirierenden Begegnungen.

Durch diese Erfahrung ist auch der Keim für mein nächstes Fotoprojekt „Traumsammler“ entstanden. Die Kombination von Poesie und Fotografie wird für mich immer klarer – welche Themen, welches Licht, welche Details nötig sind. Ich plane, noch dieses Jahr nach Tibet zu reisen, und hoffe, auch die kleinen Geschichten dieser „Pilgerreise“ beim teilen zu können.

Warum haben Sie sich für dieses eine Bild entschieden?

Ich habe einige Wahrsagekarten gezogen und mich anhand des Ergebnisses für eine „Reise durch die Gassen“ entschieden.

Und dann tauchte auf einmal eine völlig unerwartete Szene auf, und ich drückte wie von selbst den Auslöser.

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Ausgestelltes Werk dieser Ausstellung

Als ich dieses Foto sah, spürte ich gleichzeitig „Einsamkeit“ und „Wärme“. Die stille Haltung der alten Dame schien sich mit diesem Stuhl zu verbinden. Allein durch ihre bloße Anwesenheit vermittelt sie Geborgenheit.

Um es mit den Worten eines Gedichts zu sagen:
阿婆椅像個孩子似,依舊望向街巷等待著,那盞檯燈沒了電,也在三更守夜著。
(Der Stuhl der Großmutter ist wie ein Kind, blickt immer noch sehnsüchtig in die Gasse, und die Tischlampe, deren Licht erloschen ist, wacht dennoch bis tief in die Nacht.)

Für alle, die mit dem Gedanken spielen, am photo poster project teilzunehmen

Wenn du dich für analoge Fotografie interessierst, aber unsicher bist, ob deine Fähigkeiten ausreichen, dann betrachte diese Teilnahme ruhig als einen „persönlichen Meilenstein“.

Nimm dir ein Wochenende Zeit, schlendere durch die Stadt und fotografiere. Ob mit Freund:innen, Partner:in oder einfach allein – es wird zu einer Zeit, die dir einen Grund zum Durchatmen im Alltag schenkt.

Selbst ich, der gerade mit Bewerbungen für internationale Masterstudiengänge beschäftigt ist, habe es geschafft, mir Zeit zu nehmen. Schon ein halber Tag reicht, um vor Ort mit anderen ins Gespräch zu kommen und wertvolle Kontakte zur lokalen Street-Photography-Community und zu Gleichgesinnten zu knüpfen.

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Das Team von cizucu macht Ausstellungen einfach und bringt sie in den Alltag. Sie bringen Menschen zusammen, die Geschichten erzählen wollen, und solche, die zuhören möchten.

Wenn du unsicher bist, empfiehlt es sich, zunächst als Besucher:in die Atmosphäre zu genießen. So entstehen neue Fotofreundschaften, gemeinsame Spaziergänge durch die Stadt und vielleicht auch die Teilnahme an der nächsten Ausstellung – eine spannende Reise beginnt!

Kommende Ausstellung in Kaohsiung
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