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photo poster project | Ein Perspektivwechsel als Denkanstoß – Wie Worte den ersten Eindruck verändern können von Yu Endo | ISSUE #198

By cizucu · 14. April 2026

Serie „Geschichten ausstellender Kreativer“
photo poster project | Ein Perspektivwechsel als Denkanstoß – Wie Worte den ersten Eindruck verändern können von Yu Endo | ISSUE #198
photo poster project | Ein Perspektivwechsel als Denkanstoß – Wie Worte den ersten Eindruck verändern können von Yu Endo | ISSUE #198

cizucu veranstaltet weltweit Fotoausstellungen im Rahmen des photo poster project (ppp), bei denen man einfach Stadt und Datum wählen und teilnehmen kann.

Das von uns als „ppp“ bezeichnete Projekt ist weit mehr als eine reine Fotoausstellung. Es ist eine Community, in der jede:r seine eigene Geschichte in einem geschützten Rahmen teilen kann, und eine Gelegenheit, sich mit Kreativen aus aller Welt im realen Raum zu vernetzen.

Dieses Mal haben wir mit der Künstlerin Yu Endo gesprochen, die am ppp teilgenommen hat. Sie gibt die „Warum“-Fragen des Alltags nicht auf und bringt mit ihrem eigenen Blickwinkel ein Werk hervor. Wir geben ihre Worte so authentisch wie möglich wieder.

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Stellen Sie sich bitte kurz vor!

Hallo zusammen, mein Name ist Yu Endo.
Im Alltag arbeite ich in der Industrie und fotografiere in meiner Freizeit als Hobby. Der Auslöser für den Kauf meiner Kamera war mein Interesse an Autos. Ich liebe es, Autos zu individualisieren, und wollte meine Lieblingsfahrzeuge fotografisch festhalten.

Nach und nach begann ich, Landschaften und Schnappschüsse zu machen. Die Freude am Fotografieren begleitet mich täglich, und ich reise durch Japan, um atemberaubende Landschaften fotografisch und im Gedächtnis festzuhalten.

Portfolio von Yu Endo

Was hat Sie zur Teilnahme motiviert?

Der Impuls, an einer Poster-Ausstellung teilzunehmen, kam durch die Fotoausstellung des 59. Canon-Fotowettbewerbs. Mein Foto wurde ausgezeichnet und viele Menschen konnten meine gedruckten Arbeiten sehen und sich im Gespräch über die Werke austauschen. Das war eine Erfahrung, die man über Social Media niemals machen kann.

Dieses Gefühl wollte ich noch einmal erleben. Ich wollte, dass viele Menschen meine Fotos sehen und meine Botschaft verstehen. Aus diesem Wunsch heraus habe ich mich entschieden, beim photo poster project mitzumachen.

Wie war Ihre Erfahrung bei der Teilnahme?

Ich konnte viele Werke sehen, die mit einer Sensibilität, Vorstellungskraft und Technik entstanden sind, die ich selbst nicht besitze – das war sehr inspirierend.

Nachdem ich den Entstehungsprozess meiner eigenen Fotografien erläutert hatte, bekam ich von vielen Besucher:innen das Feedback, dass sich ihr erster Eindruck durch meine Worte grundlegend verändert habe. Das hat mir die Gewissheit gegeben, dass mein fotografischer Ansatz richtig ist.

Warum haben Sie sich für dieses eine Bild entschieden?

Dieses Werk entstand am Namba Yasaka-Schrein und ist für viele, die sich hobbymäßig mit Fotografie beschäftigen, ein klassisches Motiv.

Während viele andere Fotograf:innen Frauen im Kimono oder Besucher:innen zusammen mit dem Löwenpavillon ablichten, habe ich mich darauf konzentriert, eine Person mit dem Smartphone in der Hand beim Gehen zu fotografieren.

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Das ausgestellte Werk

Die Szene, in der der Löwe einen jungen Menschen, der aufs Handy schaut, scheinbar zurechtweist, ließ mich die Diskrepanz zur heutigen, von Compliance geprägten Gesellschaft spüren. Ich wollte, dass viele Menschen dieses Bild sehen, das meine innere Vorstellung so direkt widerspiegelt.

Für alle, die mit dem Gedanken spielen, beim photo poster project mitzumachen

Wer seine Fotos bisher nur auf Social Media teilt oder sie noch nie jemandem gezeigt hat, sollte unbedingt einmal teilnehmen.

Warum wurde genau dieser Moment festgehalten? Warum musste es genau dieser Ort sein? Und vor allem: Warum drückt man genau dort auf den Auslöser? Lassen Sie viele Menschen durch Ihre Teilnahme an diesen Überlegungen teilhaben. So lernen Sie auch sich selbst besser kennen.

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Wenn man nur kopiert, bleibt man fotografisch irgendwann stehen. Fügen Sie Ihrer anfänglichen Nachahmung Schritt für Schritt Ihre eigene Handschrift hinzu – oder lassen Sie das Kopieren ganz hinter sich und schöpfen Sie aus Ihren Erfahrungen, um sich neu zu erfinden. So wird Ihre Individualität sichtbar, und irgendwann wird die Zeit Ihnen Recht geben – das hat mir ein:e Juror:in eines Fotowettbewerbs mit auf den Weg gegeben.

Auch ich möchte wieder an einer Ausstellung teilnehmen. Ich freue mich schon darauf!

https://www.cizucu.com/projects/areas/jp/kobe
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