Das von cizucu weltweit veranstaltete photo poster project ist eine Ausstellung für Fotoposter, an der man teilnehmen kann, indem man einfach Stadt und Datum auswählt.
Das von uns als ppp bezeichnete Projekt ist weit mehr als eine reine Fotoausstellung. Es ist eine Community, in der jede:r seine eigene Geschichte in einem geschützten Rahmen teilen kann, und bietet die Möglichkeit, sich mit Kreativen aus aller Welt im realen Raum zu vernetzen.
Dieses Mal haben wir mit dem Kreativen takeonihei0514 gesprochen, der am teilgenommen hat.

Bitte stellen Sie sich vor!
Ich bin takeonihei0514. Tatsächlich beschäftige ich mich schon lange mit Fotografie – meine Anfänge reichen zurück bis in die Zeit, als ich als Schüler Mitglied der Foto-AG war. Damals war die analoge Fotografie noch vorherrschend: Ich habe mit einer gebrauchten Kamera Schwarzweißaufnahmen gemacht, diese im Dunkelraum des Schulclubs entwickelt und die Werke beispielsweise auf Schulfesten ausgestellt. Der Geruch der Chemikalien im Labor ist mir bis heute in Erinnerung geblieben.
Mit dem Einstieg ins Berufsleben und der Familiengründung rückte die Fotografie in den Hintergrund. Doch eines Tages wurde ich von einer Bekannten zu einer Fotoausstellung eingeladen. Als ich dort die neuen Ausdrucksformen der digitalen Fotografie sah, war ich tief beeindruckt.
Die Ausdruckskraft und Bildsprache unterschieden sich grundlegend von meinen eigenen Fotografien aus der Schulzeit – das hat mich sehr überrascht. Kurz darauf habe ich mir eine digitale Spiegelreflexkamera gekauft.
Seitdem fotografiere ich regelmäßig – vor allem Blumen der Saison, Natur und Fahrzeuge – und habe die Kamera stets griffbereit.
Was war der Anlass für Ihre Teilnahme?
Dies war meine erste Teilnahme an einer Fotoausstellung. Mich reizte die Möglichkeit, nicht nur als Betrachter:in, sondern auch als ausstellende:r Künstler:in dabei zu sein – das war der Auslöser für meine Teilnahme.
Ich war neugierig, wie sich mein heutiges Ich im Vergleich zu meiner Zeit als Schüler in der Foto-AG fühlen würde, wie andere Kreative auf meine Arbeiten reagieren und welche Menschen welche Werke ausstellen würden – all diese neuen Aspekte, die in meinem Alltag sonst nicht vorkommen, haben meine Entscheidung zur Teilnahme maßgeblich beeinflusst.
Wie war Ihre Erfahrung bei der Teilnahme?
In einem Wort: äußerst inspirierend.
Als ich mein eigenes Foto erstmals als A2-Poster in der Ausstellung sah, war es ein seltsames Gefühl, es plötzlich als echtes Kunstwerk wahrzunehmen. Ebenso beeindruckend waren die Werke der anderen Kreativen – sie waren vielfältig, individuell und erzählten jeweils ihre eigene Geschichte. Das war sehr bereichernd.

Außerdem war die Atmosphäre, insbesondere durch das cizucu-Team, sehr herzlich und familiär – das hat maßgeblich zum Charakter dieser Veranstaltung beigetragen.
Durch die Poster-Ausstellung haben sich neue Kommunikationswege eröffnet, und ich hoffe, dass daraus positive Impulse entstehen. Besonders gefreut habe ich mich über die liebevollen Nachrichten und Rückmeldungen zu meinem Werk.
Warum haben Sie sich für dieses eine Bild entschieden?
Da das Thema dieses Mal „Freiheit“ war, habe ich ein Werk ausgewählt, das für mich den Ursprung meiner Fotografie-Leidenschaft repräsentiert. Vor etwa fünf Jahren, an einem Spätherbsttag, als die Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Pandemie vorübergehend gelockert wurden, fand in einem nahegelegenen Park ein Blumenpflück-Event im Kosmosfeld statt.
Viele Menschen – jung und alt – genossen das Pflücken der Blumen. Besonders fiel mir eine Familie auf, die ich ansprach und deren Blumenpflück-Erlebnis ich in zahlreichen Bildern festhalten durfte.
Das Werk „Herbstastern pflücken“ hält einen Moment fest, in dem eine Familie nach dem Blumenpflücken in der Abenddämmerung den Heimweg antritt.
Ich habe dieses Bild ausgewählt, in der Hoffnung, dass die Freude und die schönen Erinnerungen dieses Tages, das Miteinander und die Herzlichkeit, die die Familie beim Event erlebt hat, für die Betrachtenden spürbar werden.
Für alle, die mit dem Gedanken spielen, am photo poster project teilzunehmen
Um ehrlich zu sein, hatte ich nie vor, meine Werke auszustellen, und hätte auch nicht gedacht, dass sich mir diese Gelegenheit bieten würde. Umso mehr freue ich mich, dass ich mit ein wenig Mut teilnehmen konnte.
Es war nicht nur eine Möglichkeit, meine eigenen Arbeiten zu präsentieren, sondern auch, wertvolle Rückmeldungen von anderen Kreativen und vom Organisationsteam zu erhalten – eine sehr bereichernde Erfahrung.
Falls ich erneut teilnehmen kann, freue ich mich darauf, noch mehr Kreative kennenzulernen und mich auszutauschen.

182 Magazine
Geschichten ausstellender Kreativer
Eine Interviewreihe mit den persönlichen Stimmen von Kreativen, die an photo poster project (ppp), der weltweit von cizucu veranstalteten Fotoposter-Ausstellung, teilgenommen haben. Anhand ihrer individuellen Geschichten – von den Beweggründen für ihre Teilnahme bis zu den daraus entstandenen Begegnungen – zeigen wir die Gedanken und Verbindungen, die die ppp-Community zusammenbringen.




