cizucu veranstaltet weltweit Foto-Poster-Ausstellungen, bei denen man einfach Stadt und Datum wählen und teilnehmen kann: das .
Das von uns als ppp bezeichnete Projekt ist weit mehr als eine reine Fotoausstellung. Es ist eine Community, in der jeder seine eigene Geschichte in einem geschützten Rahmen teilen kann – und eine Chance, sich mit Kreativen aus aller Welt im realen Raum zu vernetzen.
Dieses Mal haben wir mit RÇE gesprochen, die am teilgenommen hat.

Stellen Sie sich bitte kurz vor!
Freut mich, Sie kennenzulernen. Ich bin RÇE und arbeite als Videokünstlerin. Ich bin im dritten Studienjahr an der Universität und drehe hauptsächlich als Freelancerin Musikvideos.
Das erste Mal habe ich in der Oberstufe fotografiert, um mich selbst zu retten. Schon als Kind durfte ich Digitalkameras benutzen, aber das erste Mal, dass ich wirklich Emotionen in meine Aufnahmen legte, war damals.
Da ich mir keinen Film leisten konnte, begann ich, digitale Aufnahmen so zu bearbeiten, dass sie möglichst nah an den Look von Film herankommen. So habe ich das Gefühl für die Atmosphäre entwickelt, die ich ausdrücken möchte.
Was war der Auslöser für Ihre Teilnahme?
Der erste Impuls kam durch eine Empfehlung auf Instagram. Das Design des Ankündigungsplakats vom hat mich sofort angesprochen, sodass ich mir die Details näher angeschaut habe.

Es war das erste Mal, dass ich an einer Ausstellung teilgenommen habe, bei der es Raum für Gespräche über die eigenen Arbeiten gibt. Ich dachte, dass der Austausch über meine Werke vielleicht ein Hinweis für meine eigene Suche nach Identität sein könnte.
Ich wollte auch erfahren, wie andere Fotografiebegeisterte den Sinn des Fotografierens für sich sehen – das war für mich der Grund zur Teilnahme.
Wie war Ihre Erfahrung bei der Teilnahme?
Am Anfang war ich sehr nervös, aber es hat mir großen Spaß gemacht. Es war ein für mich neues Ausstellungsformat, und mit fremden Menschen über mich selbst zu sprechen, ist normalerweise etwas, das ich eher vermeide – umso spannender war es.
Es gab Besucher:innen, die sich mit meinen Gedanken identifizieren konnten, und andere, die durch meine Fotografien ihre eigenen Geschichten erzählten. Ich hatte das Gefühl, dass durch die Werke ein „Dialog der Seele“ entstanden ist – das hat mich sehr gefreut.
Warum haben Sie sich für genau dieses Bild entschieden?
Im letzten Jahr habe ich viele neue Menschen kennengelernt und mich intensiv mit ihren Gefühlen auseinandergesetzt. Gleichzeitig habe ich mich durch die Vielzahl an Begegnungen und Gedanken selbst verloren.
„Warum fotografiere ich?“, „Wofür halte ich die Kamera in der Hand?“ – ich wusste plötzlich nicht mehr, was ich ausdrücken wollte.
Deshalb habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, mich selbst wieder mehr in den Fokus zu rücken.
Es fühlte sich an, als würde ich in einer tiefen See versinken, unfähig zu atmen, ohne Sicht auf das, was vor oder um mich liegt. Nur ein schwacher Lichtstrahl war zu erkennen. Dieses Licht war eines, das ich selbst sehen wollte – und ich wusste nicht, ob es wirklich existiert oder nur eine „Illusion…?“ war. Aber es war ein anderes Licht.
Im Alltag, im Kontakt mit anderen, gibt es viele schwierige Momente – man vergleicht sich, verfällt in Selbstzweifel. Doch so sehr ich die Welt auch manchmal ablehne, sie bleibt immer schön bestehen. Aber dieses „Schöne“ ist nicht ewig, und gerade deshalb möchte ich es festhalten.
Nach langem Überlegen habe ich mich für ein Bild entschieden, das mich an mein damaliges Ich erinnert. Ich möchte jemand sein, der dem Licht folgt und sich selbst begegnet.
Für alle, die mit dem Gedanken spielen, am photo poster project teilzunehmen
Was ich diesmal gelernt habe: „Fotografie braucht keinen tieferen Sinn.“
Man braucht keinen Grund, den Auslöser zu drücken – „Ich mag es einfach“ reicht vollkommen aus.

Ich empfehle es besonders jenen, die sich viele Gedanken machen oder die Lust haben, verschiedene Perspektiven und Gefühle kennenzulernen und sich einmal ganz bewusst mit Fotografie auseinanderzusetzen.
Das Poster habe ich mit nach Hause genommen und gemeinsam mit meiner Familie eine Zeit lang betrachtet. Selbst ein einzelnes Foto wirkt als Poster ganz anders – diese Erfahrung war für mich sehr bereichernd.

182 Magazine
Geschichten ausstellender Kreativer
Eine Interviewreihe mit den persönlichen Stimmen von Kreativen, die an photo poster project (ppp), der weltweit von cizucu veranstalteten Fotoposter-Ausstellung, teilgenommen haben. Anhand ihrer individuellen Geschichten – von den Beweggründen für ihre Teilnahme bis zu den daraus entstandenen Begegnungen – zeigen wir die Gedanken und Verbindungen, die die ppp-Community zusammenbringen.



