In den Namen von Filmen wohnen erstaunlich starke Erinnerungen. Welche Hauttöne sie erzeugen, wie sie Gegenlicht aufnehmen, welche Stimmung sie an einem bewölkten Himmel vermitteln – all diese Eindrücke verbinden sich mit dem Markennamen und werden zum Grund, warum wir fotografieren.

Photo by momo
Gerade deshalb ist es nachvollziehbar, dass die Einführung eines Films, der an den vertrauten „Kodak Portra“ erinnert, nun aber unter dem neuen Namen „Ektacolor Pro“ erscheint, Irritationen auslöst.
Doch ein geändertes Verpackungsdesign bedeutet nicht, dass die geliebte Bildästhetik verschwindet. Im Gegenteil: Wenn diese Bildcharakteristik künftig verlässlicher verfügbar ist, kann dies als positive Entwicklung für die kreative Arbeit verstanden werden.
Vor dem Namen steht die Freiheit des Auslösens
Für die künstlerische Arbeit zählt nicht das Betrachten eines ikonischen Markennamens, sondern die Verfügbarkeit im entscheidenden Moment. Selbst der liebste Film kann bei anhaltender Knappheit und starken Preisschwankungen den fotografischen Rhythmus empfindlich stören. Heute lieber nicht, vielleicht beim nächsten Mal – das Licht, das man verpasst, kehrt nicht zurück.
Deshalb ist es von großer Bedeutung, wenn die Versorgung stabiler wird und der Zugang erleichtert wird. Das kleine Unbehagen, sich an einen neuen Namen zu gewöhnen, wiegt weit weniger als die Sicherheit, den kreativen Fluss nicht unterbrechen zu müssen.
Auch mit neuem Label bleibt die Bildsprache erhalten
Die Beliebtheit des „Kodak Portra“ gründet sich nicht allein auf den Markenstatus. Die harmonische Farbwiedergabe, die weichen Tonwertabstufungen und die Toleranz gegenüber leichten Belichtungsschwankungen – all diese Eigenschaften schaffen eine ideale Distanz zu Porträts, Stadtansichten und Alltagsszenen.

Photo by Yuya
Was Kreative vertraut gemacht hat, war weniger der Name als vielmehr das Gefühl, das dieser Film vermittelt.
Selbst wenn sich Verpackung und Bezeichnung ändern, bleibt der Kern der Bildsprache erhalten, solange dieses Gefühl spürbar bleibt. Ein neuer Name kann sogar helfen, alte Vorurteile abzulegen und sich neu auf das eigentliche Bildergebnis einzulassen. Der Wert eines Films liegt nicht im Label, sondern in dem, was auf dem fertigen Bild sichtbar bleibt.
Am Tag des Fotografierens auch wirklich fotografieren können
Das matte Glitzern einer Stadt am Abend, das sanfte Gegenlicht im Frühling, der stille Schatten am Fenster eines Cafés – solche flüchtigen Atmosphären vergehen, während man über Lagerbestand oder Preise nachdenkt.

Photo by kento hirasue
Wenn der gewünschte Film künftig stabiler verfügbar ist und man ohne Zögern zugreifen kann, erweitert das die kreativen Möglichkeiten spürbar.
Die Umbenennung mag zunächst irritieren, doch vielleicht steht am Ende die Freiheit, wieder öfter zur Kamera zu greifen.

