Das von cizucu weltweit initiierte ermöglicht es, durch das einfache Einreichen von Fotografien an einer Ausstellung für Fotoposter teilzunehmen und neue Kontakte zu bislang unbekannten Fotograf:innen zu knüpfen.
Dieses Mal haben wir mit dem Kreativen François Aubry gesprochen, der am photo poster project teilgenommen hat.

Bitte stellen Sie sich vor!
Ich bin Fotograf aus Belgien. Schon als Kind liebte ich die Fotografie, hatte damals aber keine eigene Kamera. Gelegentlich lieh ich mir die Kamera von Freund:innen aus, und ich erinnere mich, dass mir oft gesagt wurde, ich hätte einen guten Blick.
Vor acht Jahren besuchte ich zum ersten Mal Taiwan – ein Wendepunkt in meinem fotografischen Werdegang. Die lokale Kultur und die alltäglichen Szenen berührten mich tief, und ich verspürte den Wunsch, diese Eindrücke mit meiner eigenen Kamera festzuhalten. So kaufte ich meine erste Kamera und fotografiere seither kontinuierlich.
Seit November 2025 bin ich als Fotograf professionell tätig.
Was hat Sie zur Teilnahme bewegt?
Fotografie ist für mich eine sehr einsame Tätigkeit – und ich liebe diese einsamen Momente. Dennoch verspüre ich manchmal das Bedürfnis, mich mit anderen zu verbinden. Die Teilnahme am photo poster project erschien mir als eine großartige Gelegenheit, Gleichgesinnte kennenzulernen.

Ich denke auch, dass es Grenzen für das persönliche Wachstum gibt, wenn man immer allein arbeitet. Durch die Auseinandersetzung mit den Werken anderer Kreativer kann man den eigenen Horizont erweitern und neue Impulse und Inspirationen gewinnen.
Das Teilen von Erfahrungen und Perspektiven fördert nicht nur die eigene Kreativität, sondern ermöglicht es auch, von den Herangehensweisen anderer Fotograf:innen zu lernen.
Wie war Ihre Erfahrung bei der Teilnahme?
Es war eine sehr bereichernde Erfahrung. Ehrlich gesagt hätte ich mir gewünscht, besser Chinesisch zu sprechen, um mich noch intensiver mit den anderen Kreativen austauschen zu können. Dennoch gab es einige wertvolle Begegnungen, über die ich mich sehr gefreut habe. Ohne die Sprachbarriere hätte ich vielleicht noch mehr mitnehmen können, aber gerade das macht diese Erfahrung so besonders.
Vor dem Gallery Talk war ich etwas nervös, aber tatsächlich verlief alles sehr reibungslos. Die Teilnehmenden waren äußerst freundlich und offen, sodass ich mich willkommen und sicher gefühlt habe.
Warum haben Sie sich für dieses Bild entschieden?
Ich habe dieses Werk ausgewählt, weil es eines meiner Lieblingsbilder ist, das den taiwanischen Alltag authentisch widerspiegelt. Das Leben der Menschen in Taiwan war der Ursprung meiner fotografischen Reise, und es war für mich ganz natürlich, ein Bild auszuwählen, das diese Motivation widerspiegelt.
In diesem Jahr habe ich zudem mein erstes Fotobuch mit dem Thema Taiwan veröffentlicht. Ich denke, dieses Foto transportiert die Essenz dieses Buches in einer einzigen Bildkomposition.

Einer der Gründe, warum mir dieses Foto so gefällt, ist die Atmosphäre, die es einfängt. Wenn ich das Bild betrachte, habe ich das Gefühl, selbst dort zu stehen und den älteren Herren beim Schachspiel zuzusehen.
Ich habe viele Fotos zu diesem Thema aufgenommen, aber besonders dieses Bild beeindruckt durch die natürliche Komposition der Menschen, die sich um das Spiel versammeln. Besonders angetan hat es mir die Person im Hintergrund mit der Mütze, auf der 'Survival' steht. Es wirkt fast so, als ginge es bei diesem Schachspiel um Leben und Tod – das bringt mich zum Schmunzeln.
Für alle, die mit dem Gedanken spielen, am photo poster project teilzunehmen
Um als Fotograf:in zu wachsen, ist es unerlässlich, die eigenen Werke anderen zu zeigen. Fotografie entfaltet ihre Bedeutung erst, wenn sie betrachtet wird. Auch wenn man vielleicht nicht immer selbstbewusst ist, ist es wichtig, den Schritt zu wagen, die eigenen Arbeiten zu teilen und sich der Resonanz anderer zu stellen.
Selbst wenn man – wie ich – als Ausländer:in kein fließendes Chinesisch spricht, sollte das kein Hindernis sein. Die Atmosphäre vor Ort war sehr freundlich, und es gab viele Gelegenheiten, sich auf Englisch zu verständigen. Ich konnte ganz unbeschwert teilnehmen.

Für mich war es das erste Mal, meine Werke außerhalb von Social Media zu präsentieren. Das direkte Feedback von Menschen mit derselben Leidenschaft war eine größere Bereicherung und Freude, als ich erwartet hatte.
Wenn Sie zögern, probieren Sie es unbedingt aus! Gehen Sie raus, zeigen Sie Ihre Werke, lernen Sie mit Freude dazu – diese Schritte werden Sie ganz sicher weiterbringen.


