Selbst wenn dasselbe Motiv mit derselben Kamera aufgenommen wird, entstehen durch unterschiedliche Fotografen ganz individuelle Fotos. Auf den ersten Blick mag das Fotografieren, also die Kamera auf ein Motiv zu richten und den Auslöser zu drücken, einfach erscheinen. Doch durch die „Perspektive“, das „Sichtfeld“ und den „Standpunkt“ des Fotografen entstehen vielfältige Werke.
Indem man unterscheidet, was man sieht (Perspektive), wie groß der Bereich ist, den man betrachtet (Sichtfeld), und aus welchem Blickwinkel man schaut (Standpunkt), kann man möglicherweise neue Erkenntnisse gewinnen, die die eigenen fotografischen Fähigkeiten verbessern.
Die eigene Perspektive schätzen
Die Perspektive sollte stets frisch, scharf und originell geschärft werden. Eine veraltete, stumpfe oder generische Perspektive macht es schwierig, ein Werk auf ein höheres Niveau zu heben.
Die Perspektive wird bereits bei der Entdeckung des Motivs auf die Probe gestellt. Worauf richtet man seine Aufmerksamkeit und was möchte man festhalten? Mit einer klaren Perspektive und der Kamera in der Hand sollte die Wahl des Motivs nicht allzu schwerfallen.

Photo by masa
Nachdem das Motiv gewählt wurde, ist es ebenso wichtig zu entscheiden, worauf der Fokus gelegt wird. Selbst bei demselben Motiv kann der Eindruck des Fotos durch die Position des Fokus stark variieren. Die Fähigkeit, den Blick des Betrachters zu lenken, ist ein weiterer Aspekt des fotografischen Gespürs.
Mit einem weiten Sichtfeld beobachten
Das Sichtfeld kann anhand seiner Weite oder Enge beurteilt werden. Natürlich ist ein weites Sichtfeld von Vorteil, doch in diesem Zusammenhang sollte das „Sichtfeld“ von der „Bildwinkel“ unterschieden werden.
Der Bildwinkel beschreibt den Bereich des Lichts, den das Objektiv einfangen kann. Je kürzer die Brennweite des Objektivs, desto größer der Bereich, den es einfängt, und je länger die Brennweite, desto kleiner der Bereich. Dies ist ein Indikator für den Bereich, den die Kamera aufnimmt.

Photo by つばさ製作所
Das Sichtfeld hingegen ist eine Fähigkeit des Fotografen. Es beschreibt die Vielfalt der Orte, auf die man seinen Blick richten kann. Ähnlich wie ein Sucher erweitert ein weites Sichtfeld die Möglichkeiten, zu entscheiden, was im Werk festgehalten werden soll.
Den Standpunkt wechseln und fotografieren
Der Standpunkt kann anhand seiner Höhe beurteilt werden. In der Fotografie hat sowohl ein hoher als auch ein niedriger Standpunkt seine Vorteile.
Ein hoher Standpunkt ermöglicht es, das Motiv aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dadurch erweitert sich automatisch das Sichtfeld, und Dinge, die man aus dem Alltag nicht gewohnt ist, können aus einer höheren Position betrachtet werden, was zu einzigartigen Perspektiven führen kann.

Photo by masa
Ein niedriger Standpunkt hingegen bedeutet, dass man sich näher am Motiv befindet. Sowohl physisch als auch psychologisch kann die Nähe zu einem Motiv die Auflösung erhöhen und möglicherweise zu einer besseren Perspektive führen.

