Die Reihe 'ISSUE' widmet sich der vertieften Auseinandersetzung mit der Sensibilität und Denkweise von Kreativen aus aller Welt – als Impuls für neue Inspiration. In 'ISSUE #21' porträtieren wir utaumi, die als Hochzeitsfotografin und Fotokünstlerin in Okayama tätig ist. Ihr Leben in unmittelbarer Nähe zur Natur und ihre empathische fotografische Praxis, die sich an den Geschichten der Menschen orientiert, stehen im Mittelpunkt dieses Beitrags.
Utaumi, die sich vom sanften Meer der Setouchi-Region angezogen fühlt, hat Okayama als neue Heimat gewählt. Sie ist eine gefragte Fotografin bei und entfaltet auch als Fotokünstlerin ihr Talent. Ihre Fotografien und Worte verweben sich zu einer natürlichen Erzählung, die uns mit wohltuender Wärme begegnet.
Der erste Schritt in die Welt der Fotografie
Utaumi entdeckte im ersten Studienjahr die Kamera für sich und betrat damit die Welt der Fotografie. Durch ihren Vater, der als Fotograf tätig ist, sammelte sie früh Erfahrungen als Assistentin am Set und nahm an Fotografie-bezogenen Veranstaltungen teil. So wuchs in ihr der Wunsch, selbst als Fotografin zu arbeiten. Bereits im Winter desselben Jahres begann sie über den mobilen Fotoservice Lovegraph vor allem Familien- und Hochzeitsfotografie anzubieten und verfeinerte dabei kontinuierlich ihre Technik und ihr Gespür.
Als sie ihr Profil bei anlegte, wählte sie als Fotografenname „utaumi“ – inspiriert von ihrer Vorliebe für das Singen und ihrem Vornamen Miu („utau miu“). Später kam auch die Liebe zum Meer hinzu. In diesem sanften Künstlernamen spiegelt sich die Wärme ihrer Persönlichkeit wider.

🄫 utaumi | Paarporträt aus den Anfängen ihrer Karriere
„Mein erstes Hochzeits-Shooting werde ich nie vergessen“, erzählt sie mit einem Lächeln. Damals zitterten ihr vor Aufregung die Hände, und sie war vor allem darauf bedacht, das Shooting gut zu Ende zu bringen. Doch mit über drei Jahren Erfahrung als Fotografin wuchs in ihr der Wunsch, nicht nur formal schöne Bilder zu schaffen, sondern sich immer stärker auf die Emotionen und Geschichten der Menschen vor ihrer Kamera einzulassen.
„Wie eine sanfte Berührung der Herzenswärme“
Der Leitsatz, den utaumi ihrer Fotografie zugrunde legt – „Wie eine sanfte Berührung der Herzenswärme“ – steht für ihren Anspruch, mit ihren Bildern mehr als nur das Sichtbare auszudrücken.
Meist begegnet sie den Gästen erst am Tag des Shootings. Das Kennenlernen der individuellen Geschichten dieser Menschen ist für sie eine wertvolle Inspirationsquelle.

©︎ utaumi
Hochzeitsfotografie
„Während des Shootings schlage ich manchmal vor, dass sich das Paar noch einmal tief in die Augen sieht, die Familie sich an den Händen hält oder Dankbarkeit ausgedrückt wird – auch wenn das manchmal Überwindung kostet. Die dabei spürbare Herzenswärme und die glücklichen Erinnerungen möchte ich in meinen Bildern bewahren“, sagt sie.
Auch wenn sie die Menschen nicht vollständig verstehen kann, möchte sie dennoch die universellen Gefühle von Liebe und Verbundenheit in ihren Fotografien ausdrücken. Mit ihren Arbeiten möchte sie ermöglichen, dass Betrachter:innen die Herzenswärme in sich selbst wiederentdecken.

©︎ utaumi
Hochzeitsfotografie
Utaumis Fotografien zeichnen sich nicht durch laute Statements aus, sondern durch eine behutsame Nähe und die emotionale Tiefe, die in den Zwischenräumen spürbar wird. Sie sagt: „Es geht mir nicht darum, einfach nur schöne Bilder zu machen, sondern die verborgenen Gefühle und Geschichten meiner Motive feinfühlig sichtbar zu machen.“ Ihre Arbeiten regen die Betrachter:innen dazu an, sich in die Emotionen der dargestellten Geschichten einzufühlen.
Die Wärme von Natur, Menschen und Zeit in Okayama als Inspiration für ihre Werke
Bald sind es zwei Jahre, seit utaumi ihr Leben in Okayama begonnen hat. Die reiche Natur und das ruhige Leben dort haben sie nicht nur in ihrer Arbeit als Fotografin, sondern auch als Fotokünstlerin inspiriert – etwa durch die Organisation eigener Ausstellungen.
„Der Umzug nach Okayama hat meinem Leben frischen Wind verliehen“, erzählt utaumi. Die Gelassenheit des Alltags und die Schönheit der Natur, so anders als in der Großstadt, gaben ihr das Gefühl, dass sie mit ihrer eigenen künstlerischen Ausdrucksweise ihren Lebensunterhalt gestalten kann – eine Erfahrung, die sie erst durch die Begegnung mit diesem Ort gemacht hat.

©︎ utaumi
Meer bei Okayama
„Die Natur in Okayama kümmert sich nicht um menschliche Sorgen, sondern durchläuft ruhig die Jahreszeiten, Tag und Nacht, und zeigt dabei immer wieder neue, wunderschöne Landschaften. Sie lehrt einen, das, was einfach da ist, in seiner Natürlichkeit zu lieben“, sagt sie. Die Natur und die dort entstehenden Gefühle verleihen ihren Fotografien eine ganz eigene Farbigkeit.

©︎ utaumi
Sonnenuntergang
Mit Blick auf ihre Zukunft als Fotokünstlerin sagt utaumi: „Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt – aber gerade das macht es spannend.“ Sie möchte weiterhin ihre Lieblingsorte und -momente mit Menschen teilen, die ihr wichtig sind. Wenn sie dadurch anderen ein warmes Gefühl vermitteln kann, freut sie sich – und ist gespannt, welche neuen Fotografien und Ausdrucksformen daraus entstehen werden.

©︎ utaumi
Fotografie aus dem Alltag
In Zukunft möchte sie ihre Ausdrucksformen nicht nur auf die Fotografie beschränken, sondern auch in Worte fassen und beispielsweise in Form von Künstlerbüchern veröffentlichen. Wir sind gespannt, wie utaumi weiterhin die leisen, poetischen Momente am ruhigen Meer von Okayama einfängt.
utaumi
Geboren 1999. Ursprünglich aus der Präfektur Yamaguchi, zog sie fasziniert vom sanften Meer der Setouchi-Region nach Okayama. Sie legt Wert auf ein Leben in der Nähe zur Natur und begleitet mit ihrer Fotografie die Gedanken und den Alltag der Menschen. Ihre Leidenschaften: barfuß am Meer sein und gutes Essen genießen.
Instagram: @utau_mi
HP: https://utaumi-photo.com/


