WettbewerbMagazinphoto poster project
ChallengeFocusIssueKnowledgeReleaseNewsEvent

MAGAZINE

Die flüchtigen Ausdrucksformen der Natur einfangen | 10 Fragen an Mitsuhiko Kamada | ISSUE #6

By cizucu · 28. April 2023

Serie „10 Fragen an Fotograf:innen“
Die flüchtigen Ausdrucksformen der Natur einfangen | 10 Fragen an Mitsuhiko Kamada | ISSUE #6
Die flüchtigen Ausdrucksformen der Natur einfangen | 10 Fragen an Mitsuhiko Kamada | ISSUE #6

ISSUE beleuchtet die Sensibilität und Denkweise von Kreativen weltweit und bietet neue Impulse für Inspiration.
In „ISSUE #5“ haben wir dem Fotografen Mitsuhiko Kamada zehn Fragen gestellt, um seine Haltung und Überlegungen im Umgang mit der Natur zu ergründen.

Q1. Über Sie

Geboren 1967, wohnhaft in Sapporo. Hauptberuflich Beamter. Parallel dazu bin ich als Landschaftsfotograf tätig.

Bereits ein Jahr nach meinem ernsthaften Einstieg in die Fotografie wurde ich mit dem zweiten Platz bei „Nature's Best Photography“, einem der beiden weltweit renommiertesten Naturfotowettbewerbe, ausgezeichnet. Zwei Jahre später erhielt ich erneut diesen Preis. Darüber hinaus wurden meine Arbeiten ein Jahr lang im Smithsonian National Museum of Natural History in Washington, D.C. ausgestellt, und ich war kürzlich in Sondersendungen von NHK und UHB (Hokkaido Bunka Hoso, einstündige Spezialsendung) zu sehen.

2023-04-mitsuhiko-kamada-image-4

Image by mitsuhiko.kamada

Q2. Ihre erste Erinnerung an das Fotografieren

Eine besonders prägende Erinnerung ist das Fotografieren von Kirschblüten vor etwa zwölf Jahren – ein Schlüsselmoment für meinen Einstieg in die ernsthafte Fotografie.

Einfach nur zu fotografieren erschien mir langweilig, also experimentierte ich: Ich fotografierte die Spiegelung der Blüten auf einem transparenten Tisch am Fenster, legte mich auf den Boden oder ließ das Objektiv beschlagen. Das Gefühl von „Das macht Spaß!“ ist mir bis heute geblieben und prägt meinen Weg.

Q3. Ihr Anspruch an die Ausrüstung

Ich habe keine besonderen Ansprüche an die Ausrüstung.

Bis vor Kurzem habe ich eine Spiegelreflexkamera verwendet, die bereits seit 15 Jahren auf dem Markt ist. Solange ich eine Vollformatkamera habe, reicht mir das aus – ich strebe keine maximale Funktionalität an.
Für mich besteht das Fotografieren darin, ein Bild im Kopf zu haben, das ich umsetzen möchte, und dieses mit eigenen Mitteln zu realisieren – unabhängig von der Technik.

2023-04-mitsuhiko-kamada-image-9

Image by mitsuhiko.kamada

Q4. Musik, die Sie zuletzt gehört haben

Ich höre oft westliche Musik, besonders gerne R&B.

Im Auto lasse ich über Streamingdienste R&B-Playlists laufen und entwickle dabei meine Bildideen, während ich zum Aufnahmeort fahre.

Q5. Kreative, die Sie inspiriert haben

Der tschechische Fotograf Martin Rak. Seine Landschaftsfotografie hebt das Genre auf ein künstlerisches Niveau.

Er denkt sehr genau darüber nach, wie er reale Landschaften in bestimmten Situationen als künstlerische Komposition inszeniert. Seine Werke zeigen vor allem tschechische und europäische Landschaften, doch für mich strahlen sie eine Sensibilität und räumliche Anordnung aus, die an eine japanische Ästhetik erinnern. In seinen Werkbeschreibungen oder Titeln findet sich jedoch kein direkter Bezug dazu.

Doch der Titel seines neuesten Fotobuchs lautet „-komorebi-“. Da dachte ich: Genau! Das hat mich sehr gefreut. Auch ich möchte mit meinen eigenen Ausdrucksformen diesem Qualitätsniveau näherkommen.

2023-04-mitsuhiko-kamada-image-14

Image by mitsuhiko.kamada

Q6. Kamera, die Sie künftig ausprobieren möchten

Da ich keine besonderen Ansprüche an Kameras habe, bin ich mit meiner aktuellen SONY α7R Ⅲ vollkommen zufrieden.

Stattdessen möchte ich neue fotografische Methoden mit Zubehör ausprobieren, um meinen eigenen Ausdruck weiterzuentwickeln. Kürzlich habe ich von einem Filterhersteller zahlreiche Filter erhalten – damit experimentiere ich nun und freue mich auf neue Ausdrucksmöglichkeiten.

Q7. Ihre bevorzugte Aufnahmesituation

Wie auch in meinem Artist Statement thematisiert, ist es mein Ziel, „surreale Landschaften, wie aus einem Traum, mit real existierenden Szenerien zu inszenieren“.

In konkreten Situationen bedeutet das: Ich strebe danach, die haptische Qualität japanischer Malerei, märchenhafte Szenerien oder die harmonischen Formationen, die die Natur für einen Moment offenbart, als künstlerische Werke zu visualisieren. Diese Vorstellungen bilden stets die Grundlage meiner fotografischen Arbeit.

2023-04-mitsuhiko-kamada-image-19

Image by mitsuhiko.kamada

Q8. Was Sie als weniger gelungen empfinden

An bekannten Fotospots sehe ich oft viele Menschen mit ähnlichen Kameras und Objektiven, die aus derselben Perspektive fotografieren. Da frage ich mich: Wo bleibt da der Reiz?

Wenn man selbst neue Orte sucht und mit der eigenen Sensibilität fotografiert, ist das Erfolgserlebnis umso größer.

Q9. Wo Sie üblicherweise Kleidung kaufen

In letzter Zeit kaufe ich meist online ein. Auch bei Kleidung für Shootings steht für mich Funktionalität über dem Design.

Q10. Über Ihre bevorzugten Einstellungen

Ich habe keine festen Lieblingseinstellungen.

Ich passe die Einstellungen jeweils dem gewünschten Ausdruck an. Bei Soloausstellungen werde ich oft gefragt: „Mit welcher Kamera, welchem Objektiv, welchen Einstellungen wurde dieses Werk aufgenommen?“ Doch in der Natur gibt es nie identische Bedingungen.

Jede:r sollte für sich herausfinden, was er oder sie ausdrücken möchte und welche Methoden dafür geeignet sind. Dieser Prozess ist ein wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Arbeit und macht einen Teil der Freude am Schaffensprozess aus.

Information
information-25-item-image

Mitsuhiko Kamada

Kamada Mitsuhiko, geboren 1967, lebt in Sapporo, Hokkaido. Unter dem Leitmotiv „Szenerien wie aus einem Traum“ verfolgt er das Konzept, mit vollkommen unbearbeiteten Fotografien möglichst surreale Landschaften in der realen Welt zu inszenieren.

cizucu: mitsuhiko.kamada
HP: mitsuhikokamada.com
Instagram: mitsuhiko_kamada
Facebook: mitsuhiko.kamada77

  1. Magazin
  2. Die flüchtigen Ausdrucksformen der Natur einfangen | 10 Fragen an Mitsuhiko Kamada | ISSUE #6